90.000 Euro Schmerzensgeld gefordert: Raab vor Gericht
zuletzt aktualisiert: 31.03.2005 - 11:54Berlin (rpo). Vor dem Berliner Landgericht hat am Donnerstagvormittag ein Zivilprozess gegen TV-Moderator Stefan Raab begonnen. Der 38-jährige Grimme-Preisträger hatte im September in seiner Show "TV total" eine junge Frankfurterin als Drogendealerin verspottet. Die gebürtige Türkin verklagte ihn und fordert 90.000 Euro Schmerzensgeld.
Die Staatsanwaltschaft München beantragte vor Ostern in der gleichen Sache einen Strafbefehl gegen Raab über 150.000 Euro wegen Verstoßes gegen das Kunsturhebergesetz.
Die Klägerin fand sich in Raabs Sendung "TV total" wieder, nachdem sie zuvor bei der Einschulung ihrer Tochter vom Hessischen Rundfunk gefilmt worden war. Raab zeigte Bilder, auf denen sie die Schultüte ihrer Tochter hält, und kommentierte sie mit den Worten: "Unfassbar, oder? Die Dealer tarnen sich immer besser." Laut ihrem Anwalt ist die junge Mutter daraufhin gar in türkischen Fernsehsendungen verspottet worden.
Die Klägerin wird von dem Essener Anwalt Frank Roeser vertreten. Roeser hatte bereits die Interessen einer Essener Schülerin wahrgenommen, die ebenfalls von Raab in einer seiner Sendungen verhöhnt worden war. Im Februar 2004 sprach ihr das Oberlandgericht Hamm daraufhin Schadenersatz in Höhe von 70.000 Euro zu. Der Moderator wehrte sich bis hin zum Bundesgerichtshof durch alle Instanzen, blieb aber erfolglos.
Anfang Februar dieses Jahres entschuldigte sich der Moderator für einen "TV total"-Beitrag, in dem er in Anspielung auf die Zerstörung Dresdens am 13. Februar 1945 Bombenflugzeuge mit englischen Touristen verglichen hatte.
Bei der "Echo"-Verleihung am kommenden Samstag ist Raab als "Bester Musikproduzent" nominiert. Raab brachte unter anderem "Grand Prix"-Teilnehmer Max Mutzke groß heraus und ist Begründer des Bundesvision Song Contest.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







