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Düsseldorf
Ralf Moeller wäre gerne Bond-Bösewicht

Ralf Moeller wäre gerne Bond-Bösewicht
Ralf Moeller versuchte sich im Casting bei James Bond. FOTO: Andreas endermann
Düsseldorf. Der Hollywood-Schauspieler Ralf Möller spricht beim Redaktionsbesuch über Filmprojekte, Rückenprobleme und einen neuen "Hai-Alarm". Von Marcel Romahn

1986 war er Weltmeister im Bodybuilding, wurde berühmt als Titelheld in der US-Serie "Conan" und spielte in Hollywood-Filmen wie "Gladiator" oder "Universal Soldier" mit. Zehn Minuten zu spät fährt Ralf Moeller mit seinem silbernen Porsche an unserem Redaktionsgebäude in Düsseldorf vor - ein bisschen Hollywood in Heerdt. "Sorry, in NRW ist nur Stau" entschuldigt er sich. Erste Station an diesem Tag: die Morgenkonferenz.

Herr Moeller, wann haben Sie mal eine Hauptrolle in Hollywood?

Moeller Im nächsten Jahr wird aus der Serie "Conan" ein großer Kinofilm. Da wird Arnold Schwarzenegger als Titelheld auftreten. Aber auch ich werde eine emotionale und wichtige Rolle in dem Film haben.

Fotos: Ralf Möller und Co. proben für die große Römershow FOTO: Fischer, Armin

Wären Sie gerne ein Schurke bei James Bond?

Moeller Das wäre toll. Ein typischer Bösewicht bin ich wohl nicht, eher ein Handlanger. Das sind meistens die großen, starken Kerle. Ich war sogar bei zwei Bond-Castings dabei.

Und warum hat es nicht geklappt?

Moeller Ganz einfach: Meine Größe war das Problem. Ich habe es zweimal versucht. Einmal war ich zu groß, ein anderes Mal zu klein.

Auf seiner Facebook-Seite hat der Hollywood-Star mehr als 40.000 Likes. Besonders das Partyfoto mit Kumpel Schwarzenegger und Sylvester Stallone gefällt seinen Fans. Moeller mag Social Media. Deshalb stellt er sich im Newsroom der Redaktion den Fragen, die Leser von RP Online über die Facebook-Seite gestellt haben.

Ist Schwarzenegger nicht zu alt für "Terminator"-Filme? Reicht es nicht langsam mit den Fortsetzungen?

Moeller Arnold ist mit den Filmen weltweit sehr erfolgreich. "Terminator" bringt viel Geld. Das zählt in Hollywood.

Das deutsche Publikum kennt Sie aber vor allem auch aus dem Action-Klamauk "Hai-Alarm auf Mallorca". Wann kommt die Fortsetzung ins Fernsehen?

Moeller Sieben Millionen haben den Film damals bei RTL gesehen. Wir arbeiten dazu gerade das Drehbuch aus. Da wird es noch viel mehr um Haie gehen - einen ganzen Hai-Abend machen wir daraus.

Wenn Sie als Schauspieler nicht erfolgreich gewesen wären, was wäre Ihr Plan B gewesen?

Moeller Dann hätte ich heute wohl eine große Fitnessstudio-Kette und würde mich voll auf das Thema Bodybuilding konzentrieren.

Moeller schaffte den Aufstieg von ganz unten: Vater Schlosser, die Mutter Schuhverkäuferin - da war das Gymnasium in der Familie kein Thema. "Hauptschule, dann Handelsschule, so gerade geschafft", sagt er. Im Schwimmbad merkt er, dass er körperlich mehr drauf hat als andere. Moeller gewinnt als Achtjähriger regionale Meisterschaften, später folgen Boxen und das Bodybuilding. Er pumpt täglich in den Studios, erste kleine Vermarktungsverträge folgen. Der 56-Jährige weiß heute, wie schwierig der Anfang ist. Deshalb möchte er anderen jungen Menschen helfen, eine Perspektive im Leben zu finden. Dafür engagiert er sich im Sozialprojekt "Vielfalt der Talente", wie er erzählt. Und ein paar Fitness-Tipps gibt es auch.

Was ist "Vielfalt der Talente"?

Moeller Wir gehen an Schulen und stellen Hauptschülern bis Gymnasiasten die Aufgabe, etwas Innovatives aufzubauen. Das können gemeinnützige Projekte wie Flüchtlingsarbeit sein. Unterstützt werden wir von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel.

Sie sind deutscher und amerikanischer Staatsbürger. Wo sind sie öfter?

Moeller Ich lebe seit 1993 in den USA, bin aber im Jahr drei bis vier Monate in Europa unterwegs. Dann komme ich natürlich immer gerne nach Deutschland. Schließlich ist NRW meine Heimat. In Recklinghausen habe ich ein Haus gekauft, in dem meine Eltern wohnen. Aber ich bin nach Amerika gegangen, um mir den Traum zu erfüllen, Bodybuilding und Filme zu machen.

Wie viel von Ihrer Karriere verdanken Sie Arnold Schwarzenegger?

Moeller Arnold war für mich immer ein Vorbild. Aber ich wollte ihn nie in den Schatten stellen. Das geht bei dieser beeindruckenden Karriere auch gar nicht. Ich wollte deshalb meinen eigenen Weg gehen. Die Freundschaft zu Arni war nie Mittel zum Zweck.

Zwickt es nicht selbst Bodybuilder im Alter manchmal hier und da?

Moeller Klar, das lässt sich nicht vermeiden. Vom langen Sitzen kriege auch ich Verspannungen. Aber durch tägliches Training hab ich das ganz gut im Griff. Mein Arzt sagte schon vor 30 Jahren: "Wenn du mal 50 bist, wird das alles nur noch runterhängen." Aber das habe ich ganz gut hingekriegt.

Was machen Sie, um fit zu bleiben?

Moeller Kraft- und Ausdauertraining gehören natürlich dazu. Aber die Ernährung ist das Wichtigste: viel Abwechslung beim Essen, eiweißreiche Nahrung, kein Fast Food, wenig Kohlenhydrate - und Alkohol sowieso nicht.

Haben Sie noch einen großen Traum? Sie wollten doch mal Ministerpräsident in NRW werden?

Moeller Wer sagt denn, dass ich das nicht immer noch will? (lacht) Ich finde Politik toll, weil man so Ideen verwirklichen kann. Aber dafür müsste ich ja in eine Partei gehen - nein danke!

Quelle: RP
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