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Flüchtlingsheim in Thüringen
Ramelow zweifelt Berichte über Augenzeugen-Rufe an

Schmölln. Nach dem Selbstmord eines Flüchtlings im thüringischen Schmölln hat der thüringische Ministerpräsident Ramelow Berichte über den Hergang angezweifelt. Am Sonntag kursierten zunächst Aussagen, Schaulustige hätten den Mann ermuntert haben, zu springen.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat Berichte angezweifelt, wonach Augenzeugen einen jungen Flüchtling in Schmölln zum Sprung aus dem Fenster ermuntert haben sollen. Das Geschehen habe möglicherweise eine andere Entwicklung gehabt, sagte der Linken-Politiker am Montag im Deutschlandfunk. Der wahrscheinlich noch Minderjährige war am Freitag vom Fensterbrett seiner Wohnung im fünften Stock eines Plattenbaus gesprungen und an seinen Verletzungen gestorben. Schaulustige sollen ihn mit Rufen wie "Spring doch" zu der Tat aufgefordert haben.

Ein Nachbar, der nach eigenen Angaben gerufen hat, habe das jedoch auf den Sprung in das von der Feuerwehr aufgespannte Sprungtuch bezogen, erklärte Ramelow. "Am Ende bleibt es bei einem schlimmen Todesfall eines jungen Menschen, der seine Verzweiflung nicht aushalten konnte." Kommentare in sozialen Netzwerken, die den Suizid des Flüchtlings befürworteten, bezeichnete er als "inhuman" und "katastrophal". Der Jugendliche war wegen psychischer Probleme in Behandlung.

Kreisen Ihre Gedanken darum, sich das Leben zu nehmen? Sprechen Sie mit anderen Menschen darüber. Die Telefonseelsorge ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar. Die Telefonnummern sind 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

(rent/dpa)
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