Demonstration zum ersten Mai: Randale in Kreuzberg
zuletzt aktualisiert: 01.05.2009 - 22:04Berlin (RPO). Bei einer linksgerichteten Demonstration zum 1. Mai ist es am Freitagabend in Berlin Kreuzberg zu Ausschreitungen gekommen. Wie die Polizei mitteilte wurden Beamte mit Steinen beworfen. Die Versammlungsbehörde verkürzte daraufhin die Wegstrecke der " Revolutionären-1.Mai-Demonstration".
Die rund 4500 Teilnehmer liefen vom Lausitzer Platz zurück zum Kottbusser Tor, wo die Veranstaltung gegen 18 Uhr begonnen hatte. Ursprünglich sollte die Demonstrationsroute nach Neukölln und dann zurück nach Kreuzberg führen.
Auch nach Ende der Veranstaltung folgen am Kottbusser Tor immer wieder Steine und Flaschen in Richtung der Beamten. Die Polizei setzte Pfefferspray ein und griff gezielt Straftäter aus der Menge heraus. Nachdem Beamte den Platz abgeriegelt hatten, beruhigte sich die Lage.
Bereits kurz nach Beginn der Demonstration unter dem Motto "Kapitalismus heißt Krieg und Krise" hatten großteils vermummte Teilnehmer aus dem Zug heraus mit Steinen, Flaschen und Feuerwerkskörpern auf Beamte geworfen. Am Abend des 1. Mai war es in den Vorjahren in Kreuzberg immer wieder zu Ausschreitungen und Randale gekommen.
Wie mit der Versammlungsbehörde vereinbart, zogen die Demonstranten am Abend durch das vom Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg und Anwohnerinitiativen organisierte 7. Myfest. Im Kreuzberger Kiez hatten im Laufe des Tages nach Polizeiangaben rund 30 000 Menschen gefeiert. Bis um Mitternacht sollten auf 19 Bühnen Musiker und andere Künstler auftreten.
Bis zum frühen Abend gab es nur "friedliche Demonstrationen und Feste", wie ein Polizeisprecher sagte. Wegen der befürchteten Krawalle waren im gesamten Stadtgebiet rund 5000 Polizeibeamte im Einsatz, darunter Unterstützungskräfte von der Bundespolizei sowie aus anderen Bundesländern.
Zur traditionellen Maikundgebung des DGB am Brandenburger Tor waren zuvor Gewerkschaftsangaben zufolge mit 20 000 Menschen deutlich mehr gekommen als im Vorjahr. Redner sprachen von einer "Systemkrise" und kritisierten das Abwälzen der Lasten der Wirtschafts- und Finanzkrise auf die Arbeitnehmer.
In Köpenick hatten sich am Vormittag nach Polizeiangaben rund 1500 Neonazigegner zu einer Kundgebung versammelt. Die Veranstalter sprachen von insgesamt 3000 Teilnehmern. An der Kundgebung nahmen auch Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau (Die Linke), der Bundesgeschäftsführer der SPD, Kajo Wasserhövel, Vertreter des Bezirks und Abgeordnetenhauspräsident Walter Momper (SPD) teil.
Am Morgen hatte die Polizei eine Sitzblockade von Hunderten Demonstranten aus der autonomen Szene auf dem S-Bahnhof Köpenick aufgelöst. Dabei kam es zu massiven Ausschreitungen und mehreren Festnahmen. Der S-Bahnverkehr musste etwa eine Stunde unterbrochen werden. Augenzeugen zufolge hatten mehrere Hundert Autonome und weitere NPD-Gegner den Bahnsteig und Bahngleise blockiert. Die Berliner Linke-Politikerin Evrim Baba kritisierte den Polizeieinsatz. Die Sitzblockade sei "unter massiven Einsatz physischer Gewalt geräumt worden". Laut Polizei wurden in Köpenick insgesamt 28 Personen des linken und rechten Spektrums festgenommen.
Am Nachmittag waren zwei Demonstrationen linksgerichteter Gruppen weitgehend friedlich durch Mitte und Kreuzberg gezogen. Zur Mayday-Parade unter dem Motto "Ich krieg die Krise - und das nicht erst seit gestern" kamen nach Polizeiangaben rund 1900 Teilnehmern. Die Veranstalter sprachen von 6000 Demonstranten. Zu einem Zwischenfall kam es an der Ecke Leipziger/Wilhelmstraße. Dort flogen Farbbeutel in Richtung Bundesfinanzministerium.
In der Nacht zum 1. Mai waren nach kleineren Ausschreitungen 57 Personen, unter anderem wegen des Verdachts auf Landfriedensbruch festgenommen worden. Tausende hatten allerdings auf Festen in Prenzlauer Berg, Kreuzberg und Friedrichshain friedlich gefeiert.
Wie mit der Versammlungsbehörde vereinbart, zogen die Demonstranten am Abend durch das vom Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg und Anwohnerinitiativen organisierte 7. Myfest. Im Kreuzberger Kiez hatten im Laufe des Tages nach Polizeiangaben rund 30 000 Menschen gefeiert. Bis um Mitternacht sollten auf 19 Bühnen Musiker und andere Künstler auftreten.
Bis zum frühen Abend hatte es nur "friedliche Demonstrationen und Feste" gegeben, wie ein Polizeisprecher sagte. Wegen der befürchteten Krawalle waren im gesamten Stadtgebiet rund 5000 Polizeibeamte im Einsatz, darunter Unterstützungskräfte von der Bundespolizei sowie aus anderen Bundesländern.
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