| 08.20 Uhr

Steuerhinterziehung und Scheinselbstständigkeit
Details zu Razzia in Berliner Großbordell erwartet

Razzia in Berlin im Groß-Bordell: Ermittler werten Unterlagen aus
Einsatzkräfte vor dem Groß-Bordell in Berlin. FOTO: dpa, tba
Berlin. Bei einer Razzia in einem Berliner Groß-Bordell hat die Polizei sechs Haftbefehle vollstreckt, unter anderem gegen zwei Betreiber. Es geht um Steuerhinterziehung und Scheinselbstständigkeit. 900 Beamte waren im Einsatz.

Nun werden nach der Razzia in Berlin-Halensee die beschlagnahmten Unterlagen gesichtet. Am Donnerstagvormittag will sich die Staatsanwaltschaft näher zu dem Einsatz äußern. An der Aktion in dem Gebäude an der Autobahn 100 waren am Mittwochabend laut Polizei insgesamt rund 900 Beamte beteiligt, darunter etwa 680 Polizisten. Dazu kamen Kräfte der Zollinspektion und Steuerfahnder.

Vollstreckt wurden den Angaben zufolge Haftbefehle gegen zwei Betreiber des Bordells am westlichen Stadtrand und vier dort arbeitende Frauen. Ermittelt wird unter anderem wegen mutmaßlicher Steuerhinterziehung, Schwarzarbeit und des Verdachts auf Menschenhandel. Außerdem wurden sechs Wohnungen in Berlin und im restlichen Bundesgebiet durchsucht.

Die Ermittler hegen insbesondere den Verdacht der Hinterziehung von Sozialversicherungsbeiträgen. Denn die in dem Etablissement arbeitenden Frauen waren nach ihren Erkenntnissen nicht wie vorgegeben selbstständig tätig, sondern angestellt. Dafür sprächen Dienstpläne oder auch "stringente Anweisungen", sagte Michael Kulus, Sprecher des Hauptzollamtes am Mittwochabend. Der Schaden wegen Scheinselbstständigkeit betrage allein 17,5 Millionen Euro. Dazu kämen noch etwa sechs Millionen Euro hinterzogene Steuern.

Bei dem gegen 20.00 Uhr begonnenen Großeinsatz wurden nach Angaben des Polizeisprechers 212 Menschen in dem Bordell angetroffen - Prostituierte und Freier. Sie hätten keinen Widerstand geleistet und hätten sich kooperativ verhalten.

(hebu/dpa)
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