Bei einem Amoklauf an einer Realschule im baden-württembergischen Winnenden sind am Mittwoch mehrere Menschen getötet worden. Wir haben Reaktionen auf den Anschlag gesammelt.
Bundespräsident Horst Köhler und seine Ehefrau Eva Luise haben mit Entsetzen und Trauer auf den Amoklauf in Winnenden reagiert. "Unsere Gedanken sind bei den Opfern und ihren Familien und Freunden. Wir fühlen uns mit ihnen in diesen schweren Stunden tief verbunden", erklärten beide in Berlin.
Bundeskanzlerin Angela Merkel und die gesamte Regierung haben sich nach dem Blutbad von Winnenden "tief erschüttert und entsetzt" gezeigt: "Es ist unfassbar, dass binnen Sekunden Schüler, Lehrer in den Tod gerissen wurden durch ein entsetzliches Verbrechen. (...) Es ist ein Tag der Trauer für ganz Deutschland", sagte Merkel.
Regierungssprecher Ulrich Wilhelm sprach von einem schrecklichen Geschehen. Das Mitgefühl gehöre allen Betroffenen, den Opfern, Angehörigen und Freunden. Die Regierung habe alle mögliche Hilfe angeboten.
Der
bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer hat sich erschüttert über den Amoklauf in Winnenden gezeigt und von einer Wahnsinnstat gesprochen. "Mit tiefer Erschütterung und Fassungslosigkeit stehen wir vor dieser sinnlosen Gewalttat, die so viele Menschen in den Tod gerissen hat", schrieb Seehofer in einem Brief an seinen baden-württembergischen Amtskollegen Günther Oettinger.
"Wir teilen die Trauer der Familien, Angehörigen und Freunde der Opfer. Sie haben ihr Liebstes verloren. Wir sind bei ihnen, in dem unermesslichen Leid, das diese Wahnsinnstat über sie gebracht hat", erklärte der CSU-Politiker. "Unsere Sorge gilt den Schwerverletzten."
Der
nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers hat sich entsetzt über den Amoklauf im baden-württembergischen Winnenden gezeigt. In einem Schreiben an seinen Amtskollegen Günther Oettinger sprach der CDU-Politiker den Angehörigen der Opfer, den Schülern der Realschule Albertville und den Menschen in Baden-Württemberg am Mittwoch sein Mitgefühl aus. "Ich versichere Ihnen, dass die Menschen in Nordrhein-Westfalen tiefen Anteil an der Trauer um die unschuldigen Opfer nehmen." Er bot zudem die Hilfe seines Landes in der aktuellen Lage, aber auch bei der Aufarbeitung der Folgen an.
Unionsfraktionsvize Wolfgang Bosbach hat davor gewarnt, im Gefolge des Amoklaufs von Winnenden die Schulen in Deutschland "zu Hochsicherheitstrakten" auszubauen. "Das wollen auch die Schulen nicht", sagte der Innenexperte unserer Redaktion. Für eine politische Bewertung des "schlimmen Verbrechens" sei es noch zu früh.
Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen hat erschüttert auf den Amoklauf an einer Realschule im baden-württembergischen Winnenden reagiert. "Das lässt einen sprachlos in dem Augenblick", sagte die CDU-Politikerin in Berlin. "Das ist erschütternd." Zuerst müsse gefragt werden, wie man präventiv tätig werden könne, um so etwas zu verhindern. Es müsse herausgefunden werden, was Auslöser für den Amoklauf sein könnten.
Der
Rottenburg-Stuttgarter Bischof Gebhard Fürst hat seine Trauer und Erschütterung über den Amoklauf zum Ausdruck gebracht. Fürst, der sich zur Zeit in Rom befindet, betonte, den Angehörigen der toten Kinder und Jugendlichen gelte sein tiefes Mitempfinden und sein Gebet, ebenso den Verletzten und den durch das furchtbare Geschehen seelisch traumatisierten Schülern und Lehrkräften. Fürst sagte, immer wieder stehe er fassungslos vor dem Ausmaß von Gewalt, das sich in jungen Menschen aufbauen und entladen könne.
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD),
Bischof Wolfgang Huber, hat mit Entsetzen und Trauer auf den Amoklauf mit 16 Toten im baden-württembergischen Winnenden reagiert. Sein Mitgefühl und sein Gebet gelte vor allem den Familien der Opfer, den Schülern und Lehrern der Albertville-Realschule und der Stadt Winnenden, erklärte Huber am Mittwoch.
"In mein Gebet schließe ich die Familie des Täters mit ein", sagte der oberste Repräsentant der Protestanten in Deutschland. Er zeigte sich dankbar dafür, dass Notfallseelsorger am Ort des grausamen Geschehens im Einsatz seien.
Die französische Partnerstadt Albertville hat sich tief bestürzt über den Amoklauf von Winnenden gezeigt. Der
Bürgermeister der Stadt Albertville, Philippe Masure, sagte: "Wir stehen alle unter Schock, unsere Verbindungen zu Winnenden sind sehr eng."
"Was mir Sorge macht, ist, dass die gerade überwundene Angst nach dem Amoklauf in Erfurt nun wieder belebt wird", sagte der
Präsident des deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, der Chemnitzer "Freien Presse". Er wandte sich dennoch dagegen, nun an Schulen Sicherheitsmaßnahmen wie Kameras oder Wachposten einzuführen. "Solche Maßnahmen gaukeln nur Sicherheit vor", sagte Kraus.
Die Stadt Erfurt hat ihre Hilfe angeboten. "Wir haben krisenerfahrene Leute, die in dieser schlimmen Situation helfen können", sagte
Bürgermeisterin Tamara Thierbach (Linke) auf Anfrage. Sie habe den Städten Stuttgart und Winnenden die Entsendung eines vierköpfigen Teams vorschlagen, das bei der Schulorganisation, der Versorgung der Opfer und der Koordination mit Spezialdiensten unterstützen könne.