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Reaktionen auf den Tod von Kardinal Joachim Meisner

Im Alter von 83 Jahren ist der langjährige Kölner Erzbischof Joachim Meisner am Mittwoch gestorben. Wir haben Reaktionen auf seinen Tod gesammelt.

Reaktionen auf den Tod von Kardinal Joachim Meisner

Papst Franziskus würdigte den "treuen und unerschrockenen Einsatz" des verstorbenen Kardinals ür das "Wohl der Menschen in Ost und West". "Aus einem tiefen Glauben und einer aufrichtigen Liebe zur Kircher heraus" sei Meisner für die christliche Botschaft eingetreten, schrieb das Kirchenoberhaupt in einem Kondolenztelegramm an Meisners Nachfolger Kardinal Rainer Woelki. In seinem Schreiben betont der Papst, er habe die Nachricht vom plötzlichen und unerwarteten Tod des Kardinals mit innerer Anteilnahme angenommen. Er verbinde sich mit dem ganzen Erzbistum Köln im Gebet für den Verstorbenen.

Reaktionen auf den Tod von Kardinal Joachim Meisner

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) würdigte Meisner als prägende Persönlichkeit der Kirche und leidenschaftlichen Streiter. Der Kardinal habe auch Kontroversen gesucht und pointiert seine Positionen vertreten. Der Landespolitik in NRW sei er immer ein verlässlicher Ansprechpartner gewesen. Meisner sei es zu verdanken, dass zwei große weltkirchliche Ereignisse in NRW stattfinden konnten: der Weltjugendtag 2005 sowie den Besuch von Papst Benedikt XVI. "Wir danken ihm für alles, was er für das Land Nordrhein-Westfalen, für die Menschen in unserem Land und für den politischen Diskurs geleistet hat."

Reaktionen auf den Tod von Kardinal Joachim Meisner

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hat "schockiert" auf den Tod seines Amtsvorgängers Joachim Meisner reagiert. Im Kölner domradio würdigte Woelki ihn als "Zeugen des Glaubens", der immer für die Wahrheit eingetreten sei - ob gelegen oder ungelegen. Mit Meisner sei "ein bedeutender Mann der Kirche und der Zeitgeschichte von uns gegangen".

Reaktionen auf den Tod von Kardinal Joachim Meisner

Außenminister Sigmar Gabriel hat den gestorbenen Kardinal Joachim Meisner als "prägende Gestalt der deutsch-deutschen Geschichte" gewürdigt. "Insbesondere während seiner Zeit in der DDR war er eine unverzichtbare Stimme für die Christen katholischen Glaubens und hat sich immer wieder in gesellschaftliche Fragen von Moral und Gesellschaft eingebracht", teilte der SPD-Politiker mit. Meisners Wirken sei eine bleibende Mahnung, dass es jenseits der Tagespolitik geistliche Voraussetzungen und ethische Richtlinien gebe, die uns als Gesellschaft ausmachten. "Seine kritische Stimme wird uns fehlen." 

Reaktionen auf den Tod von Kardinal Joachim Meisner

Alice Schwarzer habe sich dem verstorbenen Kardinal freundschaftlich verbunden gefühlt. "Ja, ich mochte ihn", bekannte die Feministin auf ihrer Website. "Diesen schroffen, wortgewaltigen Schlesier im rheinischen Köln, wo er so deplatziert war. Am meisten beeindruckt hat mich seine Menschlichkeit und sein fast kindlicher Glaube." Der konservative Kardinal habe immer wieder für sie gebetet, berichtete Schwarzer. Damit sei sie durchaus einverstanden gewesen: "Ich kann es immer irgendwie gebrauchen." Zum letzten Mal habe sie ihn vor rund einem Jahr gesehen. "Er hatte mich in seinen Alterssitz in der Dompropstei zum Kaffee eingeladen."

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Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) bekundete Trauer über "einen der profiliertesten Kirchenführer unserer Zeit". Ob in Erfurt, Berlin, Köln oder in der Weltkirche - er habe sich stets mit großem Nachdruck für seinen Glauben und seine Überzeugungen eingesetzt, "auch wenn dies oft unbequem war".

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"Er war ein Vertreter der reinen katholischen Lehre, die er auch gegen Widerstände und Kritik vehement verteidigte. Auch gesellschaftspolitische und existentielle Fragen beantwortete er ausschließlich aus seinem tiefen Glauben und der reinen Lehre des Glaubens heraus. Dabei hatte er keine Furcht zu polarisieren, sondern stand fest zu seiner Überzeugung."

Franz Josef Jung, kirchen- und religionspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion

Reaktionen auf den Tod von Kardinal Joachim Meisner

"Wir hatten es mit ihm nicht immer leicht. Möge er in Frieden ruhen."

Der religionspolitische Sprecher der Grünen, Volker Beck, auf Twitter.

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"Ich verneige mich tief vor einem der letzten wirklich katholischen Kirchenfürsten Deutschlands"

Der aus der katholischen Kirche ausgetretene Theologe David Berger auf Twitter. Meisner hatte ihm die kirchliche Erlaubnis entzogen, als Religionslehrer zu arbeiten. Zuvor hatte Berger 2010 seine Homosexualität öffentlich gemacht und in einem Buch über Erfahrungen als Schwuler in der Kirche berichtet.

Reaktionen auf den Tod von Kardinal Joachim Meisner

Der Berliner Erzbischof Heiner Koch würdigte die Verdienste des verstorbenen Kardinals um die Einheit des damaligen Bistums Berlin. Als Berliner Bischof von 1980 bis 1989 habe er "unbeeindruckt von den Versuchen kommunistischer Einflussnahme" daran festgehalten.

Reaktionen auf den Tod von Kardinal Joachim Meisner

Hamburgs Erzbischof Stefan Heße, früher Generalvikar unter Meisner, bezeichnete ihn als "Mann von großer Begeisterungsfähigkeit und Verlässlichkeit". Meisner habe "für den Glauben gebrannt".

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Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) sagte, mit dem eher liberalen "rheinischen Katholizismus" habe sich Meisner schwer anfreunden können. "Trotzdem waren seine Beiträge immer auch geprägt von großer Menschenliebe, präziser Analyse und tiefem Glauben. Er war ernsthafter Mahner, aber auch ein Mensch mit Humor."

Reaktionen auf den Tod von Kardinal Joachim Meisner

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) erinnerte an sein Wirken in der geteilten Stadt: "Die Aufrechterhaltung der Kontakte über die Mauer hinweg und die Sorge um die Möglichkeiten kirchlichen Leben im Ostteil unserer Stadt sowie in der DDR verdienen unseren Respekt."