Islamgipfel in Köln: Rechtsradikale mit Steinwürfen begrüßt
zuletzt aktualisiert: 19.09.2008 - 11:49Köln (RPO). Köln ist seit Freitag Schauplatz eines Treffens von Rechtsradikalen. Aus allen Teilen Europas hat die rechtspopulistische "Bürgerbewegung Pro Köln" zu einem zweitägigen sogenannten "Anti-Islamisierungs-Kongress" eingeladen. Schon am Freitagvormittag kam es zu ersten gewalttätigen Protesten.
Mit Steinwürfen und Farbbeutelattacken haben am Freitag rund 100 Demonstranten in Köln versucht, die Auftakt-Pressekonferenz zum Anti-Islamisierungskongress der rechtspopulistischen Bürgerbewegung Pro Köln zu verhindern. Die Organisation wird seit mehreren Jahren unter dem "Verdacht einer rechtsextremistischen Bestrebung" im NRW-Verfassungsschutzbericht aufgeführt.
Die Demonstranten zwangen mit Steinwürfen ein Rheinschiff, auf dem die Pressekonferenz stattfinden sollte, zum Ablegen. Zuvor hatten die die Demonstranten bereits vor dem Rodenkirchener Bezirksrathaus mit Eiern und Farbbeuteln auf Vertreter von Pro Köln und Pro NRW geworfen. Ob durch die Steinwürfe Personen verletzt wurden, war zunächst unklar.
Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) hatte am Freitag im WDR zu friedlichen Protesten aufgerufen. Am Samstag wollen bis zu 40 000 Menschen gegen eine "Pro Köln"-Kundgebung in der Kölner Altstadt demonstrieren.
Gegner des rechtspopulistischen Anti-Islamisierungskongresses wollten am Mittag eine Menschenkette um die Moschee der Türkisch-Islamischen Union DITIB im Stadtteil Ehrenfeld bilden. Für den Abend haben antifaschistische Gruppen zu einer Demonstration in der Kölner Innenstadt aufgerufen. Weitere Proteste und Blockadeaktionen sind am Samstag geplant. Für diesen Tag hat "Pro Köln" eine Kundgebung gegen "Islamisierung" und den Bau einer repräsentativen Moschee in der Domstadt angemeldet.
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