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Schiffskollision: Regenfälle bewahren Hamburg vor Ölkatastrophe

zuletzt aktualisiert: 17.07.2008 - 19:02

Hamburg (RPO). Immer neue Regenfälle haben Hamburg vor einer Ölkatastrophe bewahrt. Offenbar verdunsteten große Mengen des ausgelaufenen Diesels. Der nach einer Schiffskollision bei Geesthacht auf der Elbe treibende Ölteppich erreichte unterdessen den Hamburger Hafen.

Die Feuerwehr konnte den Dieselfilm wegen ungünstiger Tideverhältnisse noch nicht einfangen. Hamburgs Umweltsenatorin Anja Hajduk (GAL) bezeichnete das Unglück als "einen der schwersten Unfälle, die wir auf der Elbe hatten". Nach Angaben des Einsatzleiters der Umweltbehörde, Dirk-Uwe Spengler, kann sich der Ölfilm noch bis zu einer Woche im Hamburger Hafen halten. 120.000 Liter Gasöl waren bei dem Unglück ausgelaufen.

 "Der Regen hilft enorm bei so etwas", betonte Dirk-Uwe Spengler, Einsatzleiter der Umweltbehörde. Dadurch werde das Wasser aufgewirbelt, was eine größere Oberfläche erzeuge. Und je größer die Wasseroberfläche sei, desto mehr Diesel könne verdunsten. Gleichwohl ist unklar, inwieweit sich Substanzen des hochgiftigen Diesels mit dem Elbwasser vermischten. Nach dem Unfall entnommene Wasserproben würden derzeit noch untersucht, sagte Spengler. Frühwarnsysteme für Verschmutzungen in tiefergelegenen Wasserschichten hätten nicht angeschlagen.

"Zehn Kilometer von Ufer zu Ufer, dick voll und das nur mit Diesel, das ist schon erschreckend", beschrieb Spengler das Szenario nach der Kollision. Es gebe "immense Verschmutzungen" an den Uferrändern, Menschen seien aber nicht gefährdet, hob Umweltsenatorin Hajduk hervor. Der stinkende Ölteppich auf der Elbe bei Hamburg bedrohe vor allem die am Fluss lebenden Vögel. Diesel verklebe zwar nicht wie Schweröl das Gefieder von Vögeln. Doch sei zu befürchten, dass die Tiere den hochgiftigen Treibstoff mit der Nahrung oder bei der Gefiederpflege aufnähmen.

Ursache weiter unklar

Die Ursache der Kollision des Binnengüterschiffes "Aldebaran" mit dem mit 920 Tonnen Gasöl beladenen Tankschiff "Undine" am frühen Mittwochmorgen ist weiter ungeklärt. Möglich seien Kommunikationsmängel oder menschliches Versagen, sagte Hajduk. Bislang stehe nur fest, dass kein Alkohol bei den Bootsführern im Spiel gewesen sei, als die "Aldebaran" mit ihrem Anker vier der acht Tanks der "Undine" aufriss. Über den finanziellen Schaden ließen sich noch keine Aussagen treffen.

Experten hatten am Donnerstag das Ausmaß des Ölteppichs per Hubschrauber erkundet. Das Öl erstrecke sich mittlerweile von Geesthacht bis zu den Norderelbbrücken und bis zur Kattwykbrücke im Süderelbbereich. Der Film sei jedoch mittlerweile so dünn, dass er zerreiße. Das am Vortag aus Cuxhaven angeforderte schwere Ölbekämpfungsschiff "Neuwerk" sei deshalb wieder zurückgeschickt worden.

Warten auf den "natürlichen Abbau"

Mit Hilfe ausgelegter Ölschlängel sollte der Diesel im Südosten Hamburgs in den Sportboothafen Oortkaten geleitet und dort abgepumpt werden. Dies war nicht gelungen. Die Ölbarrieren sollten hier voraussichtlich noch am Donnerstag wieder entfernt werden. Da aufgrund der Witterung bereits ein großer Teil des Dieselöls verdunstet sei, "überlassen wir es jetzt dem natürlichen Abbau, wo es keine Ansammlungen gibt", sagte Spengler.

Wichtigste Aufgabe für die Behörden ist derzeit Spengler zufolge die Sicherung der betroffenen Uferbereiche. Hier würden Gras und Schilf gemäht und Anlandungen abgesaugt. Bodenaustausch sei nicht nötig, da das Erdreich wassergesättigt sei und das Öl so nicht eindringen könne. Für Menschen bestehe keine Gefahr, da es entlang der Elbe keine zugelassenen, sondern lediglich geduldete Badestellen gebe.

Unterdessen fordert die Umweltschutzorganisation BUND ein schnelles Verbot von einwandigen Tankmotorschiffen für wassergefährdende Stoffe. Seit 2000 habe die Anzahl der Tankschiffe, die den Hamburger Hafen anlaufen, um 20 Prozent zugenommen, sagte Hamburgs BUND-Landesgeschäftsführer Manfred Braasch.

Quelle: afp

 
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