Bundeswehrverband: Regierung trägt Mitschuld am Tod zweier Soldaten
zuletzt aktualisiert: 22.10.2008 - 08:32Passau (RPO). Der Deutsche Bundeswehrverband erhebt gegen die Bundesregierung Vorwürfe wegen des Todes zweier Soldaten in Nordafghanistan. "Die Bundesregierung trägt eine Mitverantwortung", sagte der stellvertretende Vorsitzende des Verbandes, Ulrich Kirsch.
Bei dem Selbstmordanschlag in Kundus waren am Montag auch fünf afghanische Kinder getötet worden. Kirsch forderte mehr Geld für den zivilen Aufbau Afghanistans. "Es war falsch, nur auf die militärische Karte zu setzen. Die USA sind damit gescheitert. Gleichzeitig ist der zivile Aufbau ins Stocken geraten, weil viele Nationen hier zu zögerlich waren", sagte er und fügte hinzu: "Die große Koalition betont zwar, dass unsere Aufgabe in Afghanistan zu 80 Prozent durch zivilen Aufbau gelöst werden muss. Nur: 80 Prozent der deutschen Gelder fließen in den Militäreinsatz. Das ist eine Schieflage."
Auch die viel gelobte Schulung der Polizei durch deutsche Ausbilder sei mangelhaft, kritisierte Kirsch. "Deutschland hat seine Aufgabe beim Polizeiaufbau nicht erfüllt, weil schlicht und einfach nicht genügend Polizisten bereitgestellt wurden", sagte er.
Kirsch rief Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf, in einer Regierungserklärung einen Zeitpunkt für das Ende des Afghanistaneinsatzes zu nennen. "Es müssen militärische und politische Ziele definiert und Zeitlinien formuliert werden, wann die Bundeswehr sich aus Afghanistan zurückziehen kann", sagte er.
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