"Großstadtrevier"-Macher: Regisseur Jürgen Roland gestorben
zuletzt aktualisiert: 23.09.2007 - 11:32Hamburg (RPO). Der Journalist, Autor und Regisseur Jürgen Roland ist tot. Er starb am Freitagabend im Alter von 81 Jahren nach langer, schwerer Krankheit in seiner Geburtsstadt Hamburg.
Intendant Jobst Plog würdigte Roland als einen jener Männer der ersten Stunde, die als junge Radioreporter nach dem Krieg zum legendären Ruf des damaligen NWDR beitrugen. "Schon früh entdeckte er das Thema, das ihn nie wieder losließ: das Abenteuer Wirklichkeit", sagte Plog. Im Kiez-Milieu und im Hamburger Hafen habe er die Stoffe gefunden, die er später filmisch umgesetzt habe.
Mit Produktionen wie "Polizeirevier Davidswache", "Stahlnetz", "Dem Täter auf der Spur" oder "Großstadtrevier" habe Roland Millionen Zuschauer gefesselt. Er habe als einer der ganz großen Pioniere des deutschen Fernsehens dieses Medium geprägt wie nur wenige andere.
Roland, Jahrgang 1925, begann nach dem Krieg als einer der ersten deutschen Rundfunkreporter beim damaligen Radio Hamburg, aus dem zunächst der Nordwestdeutsche Rundfunk (NWDR) und ab 1956 der NDR hervorgingen. 1950 besuchte er die Fernsehschule der BBC in London und wurde ein Jahr später Redakteur beim NWDR-Fernsehen.
Bekannt wurde Roland durch seine authentisch und milieugetreu nachgestellten Kriminalfälle, die ein in Deutschland neues Genre begründeten. Nach der Kriminalserie "Der Polizeibericht meldet ..." (1954) erreichte er mit der Reihe "Stahlnetz" (1958 bis 1968) Rekord-Einschaltquoten. Beliebt war auch die Krimi-Quiz-Sendereihe "Dem Täter auf der Spur" (1967 bis 1973). Roland arbeitete seit Mitte der 70er Jahre für die "Tatort"-Reihe, 1985 startete unter seiner Regie die Serie "Großstadtrevier".
Seit Ende der 50er Jahre drehte Roland auch Spielfilme für das Kino, darunter zahlreiche Edgar-Wallace-Filme. Preisgekrönt wurden unter anderem der Antikriegsfilm "Der Transport" (1962), "Polizeirevier Davidswache" (1965) und "Vier Schlüssel" (1966).
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