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Brandanschlag in Bayern
Unbekannte zünden Asylheim in Reichertshofen an

Reichertshofen in Bayern: Unbekannte zünden Asylbewerberunterkunft an
Ein Spurenermittler der Polizei steht in Reichertshofen vor dem ehemaligen Landgasthof. FOTO: dpa, kne sja
Reichertshofen. Schon wieder brennt eine Asylbewerberunterkunft in Deutschland: Unbekannte haben in Bayern einen Brandanschlag verübt.

An zwei Eingängen des noch leerstehenden Gebäudekomplexes in Reichertshofen im Kreis Pfaffenhofen an der Ilm wurde in der Nacht zum Donnerstag vorsätzlich Feuer gelegt. "Ein fremdenfeindlicher Hintergrund ist nicht auszuschließen", sagte Polizeisprecher Hans-Peter Kammerer. E habe in der Vergangenheit Proteste in dem Ort gegen die Unterbringung von Asylbewerbern gegeben.

Um 2.50 Uhr schlug ein Nachbar Alarm, weil er das Feuer entdeckt hatte. Der Gastraum eines früheren Landgasthofs brannte völlig aus, der Sachschaden beträgt mindestens 150.000 Euro. Das angrenzende Wohnhaus, in dem ab September Flüchtlinge untergebracht werden sollten, wurde weniger stark beschädigt.

Trotz des Brandanschlags sollen die 67 Flüchtlinge wie geplant in das Heim einziehen. "Das soll ein Signal an die Täter sein", sagte der Landrat des Kreises Pfaffenhofen, Martin Wolf (CSU), am Donnerstag. Spuren des Brandes in dem Gebäudekomplex sollen nun vollständig beseitigt sein. Ursprünglich sollten am 1. September 67 Asylbewerber in den ehemaligen Gasthof einziehen. Wenn die Renovierung länger dauere, werde sich der Einzugstermin verschieben, sagte Wolf. Im Hauptgebäude gebe es nach dem Feuer aber nur Rauch- und Rußschäden, die leicht zu beseitigen seien.

Der oberbayerische Regierungspräsident Christoph Hillenbrand betonte, die ehrenamtliche Arbeit mit Flüchtlingen müsse weitergehen. "Sie ist wichtiger denn je." Der Bürgermeister von Reichertshofen, Michael Franken, hofft, "dass ein Ruck durch den Ort geht nach dem Motto: Jetzt erst recht".

Erst am Mittwoch war bekanntgeworden, dass am Wochenende auf ein Flüchtlingsheim in Böhlen bei Leipzig geschossen worden ist - gleich in zwei Nächten hintereinander.

(dpa)
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