Nach Streit mit Rauchern: Rentner schwer verletzt
zuletzt aktualisiert: 23.12.2007 - 17:26München (RPO). In einer Münchner U-Bahn ist ein Rentner nach einem Streit mit zwei Rauchern zusammengeschlagen und dabei lebensgefährlich verletzt worden. Wie die Polizei mitteilte, erlitt der 76-Jährige schwere Kopfverletzungen. Zwei mutmaßliche Täter wurden kurz darauf festgenommen.
Der 76-Jährige hatte die beiden Männer in der U-Bahn gebeten, ihre Zigaretten auszumachen. Daraufhin schlugen ihn die Männer im Alter von 20 und 17 Jahren zusammen und verletzten ihn lebensgefährlich. Wie die Polizei mitteilte, erlitt das Opfer bei dem Angriff am späten Donnerstagabend einen mehrfachen Schädelbruch. Nach der Veröffentlichung eines Überwachungsvideos wurden am Wochenende die beiden geständigen Täter im Alter von 17 und 20 Jahren festgenommen.
Der Rentner sprach die beiden Männer nach eigener Aussage in der U-Bahn an und bat sie, ihre Zigaretten auszumachen. Sie bespuckten und beschimpften ihn daraufhin als "Scheißdeutscher". Der 76-Jährige stand auf und ging in den vorderen Teil des Waggons. Von den 15 bis 20 weiteren Fahrgästen griff niemand ein. An der Endhaltestelle Arabellapark folgten ihm die beiden Raucher und schlugen ihn in einem Zwischengeschoss mit einem Faustschlag nieder. Die Täter schlugen und traten auf den am Boden liegenden Mann mehrfach gegen Kopf und Gesicht. "Schließlich nahm einer der Täter Anlauf und trat so kräftig gegen den Kopf des Mannes, dass er anschließend humpelte", berichtete die Polizei. Die Schläger raubten den Rucksack des Rentners und flüchteten.
Ein Passant verständigte die Polizei. Der Rentner wurde mit schweren Kopfverletzungen in eine Klinik gebracht. Neben den Schädelbrüchen stellten die Ärzte Blutungen im Hirn fest. Ein Polizeisprecher sagte, der Mann sei nur knapp schwersten Hirnverletzungen oder sogar dem Tod entgangen. Sein Zustand verbesserte sich demnach inzwischen. Er ist laut Polizei bei Bewusstsein.
Der Angriff wurde von einer Überwachungskamera aufgezeichnet. Auf die Schliche kam die Polizei den Angreifern, weil sie kurz vor der Tat von einem Zechkumpanen ein Mobiltelefon stahlen und damit telefonierten. Ein Beamter, der den Fall bearbeitete, erkannte Parallelen und informierte seine Kollegen bei der Mordkommission.
Die Auswertung der Verbindungsdaten führte zu einem 20-jährigen Türken aus dem Münchner Stadtteil Milbertshofen. Kurz darauf wurde in München-Pasing sein 17-jähriger Komplize gefasst, der laut Polizei Grieche ist. Beide sollen am Heiligabend dem Haftrichter vorgeführt werden. Beide Täter stammen aus bürgerlichen Familien, sind jedoch wegen Gewalttaten bereits bekannt. Laut Polizei gab es bei einer Vernehmung am Sonntag keinerlei Anzeichen für Reue: Der 76-Jährige sei selbst schuld, weil er sie angesprochen habe, sagten die Männer.
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