Nach Havarie schwimmen Container im Wasser: Rhein noch bis Freitag gesperrt
zuletzt aktualisiert: 26.03.2007 - 16:33Köln (RPO). Nach der Havarie eines Containerschiffs bleibt der Rhein auf der Höhe von Köln noch voraussichtlich bis Freitag auf einer Länge von 20 Kilometern gesperrt. Noch immer schwimmen Container im Wasser. Der Inhalt der meisten Behälter gilt als harmlos.
Wegen der Sperrung von 20 Stromkilometern auf der Höhe von Köln konnten bis zum Montagnachmittag mehr als 200 Schiffe die Domstadt nicht passieren, teilte die Wasserschutzpolizei in Duisburg mit. Derweil wurde mit drei Peilschiffen auf dem Kölner Rheinabschnitt nach weiteren Containern gesucht, die das Frachtschiff "Excelsior" am Sonntag bei einem Wendemanöver verloren hatte. Die Polizei nahm Ermittlung wegen Gefährdung des Schiffsverkehrs auf.
Bei dem Unfall in Höhe des südlichen Stadtteils Porz-Zündorf waren insgesamt 31 Behälter über Bord gegangen, davon drei Gefahrgut-Container. Zwei dieser Container wurden nach Angaben des Kölner Wasser- und Schifffahrtsamtes unterdessen gefunden, nach dem dritten wurde noch gesucht.
Wegen der Gefahr durch die auf dem Rhein treibenden Behälter hatten die Behörden den Rhein bereits am Sonntagnachmittag gesperrt. Nach umfangreichen Suchmaßnahmen mit Booten und Hubschraubern konnte die Wasserschutzpolizei bis zum Montagmorgen 17 Container an Land sichern; die übrigen 14 waren bei dem Unfall in den Fluten versunken.
Peilschiffe sollen Container aufspüren
Mit Hilfe der Peilschiffe soll nun die genaue Lage von acht der gesunkenen Container ermittelt werden. Weitere sechs Behälter wurden zunächst noch vermisst; die Behörden hofften, sie mit den Peilschiffen auf dem Grund des Stroms orten zu können. Von Dienstag an sollen die Container mit bis zu drei Schwimmkränen aus dem Strom geborgen werden. Die mit insgesamt 103 Behältern beladene "Excelsior" befand sich zum Unfallzeitpunkt am Sonntagnachmittag auf dem Weg von Stuttgart nach Rotterdam.
Angesichts der tagelangen Rhein-Sperrung sprach der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) von einer "logistischen Herausforderung" für die Branche. "Man kann nur hoffen, dass die letzten Container schnell gefunden werden", sagte BDB-Geschäftsführer Jens Schwanen in Duisburg. Zwar stelle die Sperrung für die Branche absehbar "keine existenzbedrohende Krise" dar.
Allerdings passieren laut BDB täglich rund 200 Schiffe auf dem Rhein das Kölner Stadtgebiet; europaweit werden 80 Prozent der Binnenschifffahrtsgüter über den Rhein und seine Nebenflüsse transportiert.
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