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Großangelegte Bergungsaktion
Riesen-Containerschiff nach fünf Tagen in Hamburg wieder frei

Riesen-Containerschiff nach fünf Tagen in Hamburg wieder frei
Das freigeschleppte Container-Schiff. FOTO: dpa, dbo cul
Hamburg. Nach einer großangelegten Bergungsaktion ist das in der Elbe festsitzende Riesen-Containerschiff "CSCL Indian Ocean" wieder unterwegs: Zwölf Schlepper brachten den fast 400 Meter langen und 150.000 Tonnen schweren Giganten wieder in die Spur.

Begleitet von fünf Schleppern begab sich das Schiff nach Angaben des Havariekommandos anschließend zu seinem ursprünglichen Ziel im Hamburger Hafen. Die Fahrt sei ohne weitere Zwischenfälle verlaufen, erklärte die für die Einsatzkoordination bei größeren Schiffsnotfällen zuständige Behörde. Die "CSCL Indian Ocean" sei voll funktionsfähig.

Der unter chinesischer Flagge fahrende Frachter gehört zu den aktuell größten und modernsten Containerschiffen der Welt. Er war am Mittwochabend nach einem Ausfall der Ruderanlage auf der Elbe etwa 25 Kilometer vor der Hansestadt in der Nähe der Elbinsel Lühesand auf Grund gelaufen und steckte seitdem am Nordrand der Fahrrinnenrand fest.

Nach dem Scheitern von zwei Schleppversuchen hatte das Havariekommando vergangene Woche die Leitung der Bergungsaktion übernommen und gemeinsam mit der Reederei einen aufwändigen Freischlepp-Plan erarbeitet. Dieser sah unter anderem vor, mehr als 6000 Tonnen Treibstoff und Ballastwasser von Bord zu nehmen, um das Schiff dadurch leichter zu machen.

Bagger trugen in den vergangenen Tagen rund um das Schiff zudem etwa 65.000 Kubikmeter Flussgrund ab, um den neuerlichen Freischleppversuch zu unterstützen. Zusätzlich warteten die Verantwortlichen auf das Morgenhochwasser am Dienstag. Es fiel wegen einer Springflut höher aus als normal. Auch das sollte bei der Befreiung helfen.

Die "CSCL Indian Ocean" gehört der chinesischen Reederei China Shipping Container Lines. Der 399,6 Meter lange Frachter wurde erst 2015 in Dienst gestellt und kann knapp 19.000 sogenannte 20-Fuß-Standardcontainer transportieren. Er gehört damit zu den derzeit größten sogenannten Mega-Containerschiffen, die weltweit im Einsatz sind.

Nach Angaben des Havariekommandos trug das Schiff bei der Grundberührung offenbar keine Schäden davon. Öl trat nicht aus. Ein Überwachungsflugzeug der Behörde überflog regelmäßig den Havaristen, zuletzt während des Schleppversuchs. Die "CSCL Indian Ocean" sei "ohne Schäden für Personen und Umwelt" wieder zurück in die Fahrrinne gebracht worden, betonte am Dienstagmorgen auch die Elblotsen-Vereinigung.

Während der komplizierten Bergung musste die Elbe zeitweise komplett für den sonstigen Schiffsverkehr gesperrt werden. Insgesamt waren daran 26 Schiffe der Behörden, der Polizei und von mehreren Schlepp- und Bergungsunternehmen beteiligt. Mit dabei waren auch zwei besonders zugstarken große Hochseeschlepper.

Nach Angaben der Lotsenvereinigung war die "CSCL Indian Ocean" nach dem Ausfall ihrer Ruderanlage von Schiffsführung und Lotsen "kontrolliert" an den Nordrand der Fahrrinne aufgesetzt worden, um den Zugang zum international wichtigen Hamburger Hafen nicht zu blockieren. Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) lobte am Dienstag die erfolgreiche Bergung. "Das Krisenmanagement hat hervorragend funktioniert", erklärte er.

(lukra/AFP)
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