| 13.40 Uhr

Rock am Ring in Mendig
33 Menschen durch Blitzeinschlag verletzt

Rock am Ring 2015: Gewitter zerstört Zelte
Rock am Ring 2015: Gewitter zerstört Zelte FOTO: dpa, tfr bsc
Mendig. Nachdem die Sonne die Besucher des Festivals Rock am Ring in Mendig am Freitag verwöhnt hat, ist es in der Nacht zum Samstag zu schweren Gewittern gekommen. Dabei wurden 33 Menschen verletzt.

Bei einem schweren Unwetter mit Blitzeinschlägen sind auf dem Gelände des Festivals Rock am Ring 33 Menschen verletzt worden. Mittlerweile gehe es aber allen wieder gut, sagte Yvonne Kuhn von der ärztlichen Leitung auf dem Festivalgelände in Mendig (Rheinland-Pfalz) am Samstag. Spätestens am Sonntag könnten alle eingelieferten Verletzten aus dem Krankenhaus entlassen werden.

Insgesamt drei Blitze waren in der Nacht auf Samstag auf dem Gelände eingeschlagen, wie Polizeisprecher Gerd Bertram sagte. Der erste ging gegen 01.30 Uhr im Backstage-Bereich einer Bühne nieder. Dabei erlitten acht Mitarbeiter des Bühnenpersonals Verletzungen. Als später ein weiteres Gewitter vorhergesagt wurde, beendeten die Veranstalter ein Konzert von Fritz Kalkbrenner.

Besucher, die noch vor der Bühne waren, wurden in größere Zelte gebeten. Zu den weiteren Einschlägen kam es gegen 3.30 Uhr auf einem Campingplatz sowie um kurz nach 4 Uhr nahe des Towers des Flugplatzes. Bei den anderen 25 Verletzten handelte es sich Kuhn zufolge um Besucher des Events.

Die Auftritte bei Rock am Ring 2015 FOTO: dpa, tfr bsc

Niemand sei direkt von einem Blitz getroffen worden. Die Verletzten hätten Kontakt zu Gegenständen gehabt, die den Strom der Blitze weitergeleitet hätten - etwa Metallgitter. Geklagt hätten einige über Muskelschwäche sowie Herz- und Kreislauf-Beschwerden.

Das Programm soll nach Angaben von Veranstalter Marek Lieberberg wie geplant bis Sonntag weitergehen. An der Bühne sei eine Leitung von einem Blitz getroffen worden. "Die wird jetzt zusätzlich abgedeckt", sagte er. Das Ende des Kalkbrenner-Konzertes sei ruhig abgelaufen, Panik habe es keine gegeben.

Rock am Ring 2015: diese Top-Stars sind dabei FOTO: Endermann, Andreas

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Innenminister Roger Lewentz (beide SPD) besuchten am Samstag das Festival-Gelände. Lewentz lobte den Einsatz der Rettungskräfte: "Es ist sehr professionell abgelaufen." Auch Lewentz' vier Kinder waren in der Nacht auf dem Festival.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte in der Nacht vor Gewittern im Großraum rund um das Festival gewarnt. Für den betroffenen Landkreis Mayen-Koblenz sei um 0.16 Uhr auf das potenziell gefährliche Gewitter hingewiesen worden, sagte DWD-Meteorologin Anna Wieczorek in Offenbach. Um 3.35 Uhr sei dann eine Unwetterwarnung herausgegeben worden. Generell könnten Blitzschläge zwar auf einen Landkreis bezogen vorhergesagt werden. "Einen Blitzeinschlag bei "Rock am Ring" können wir aber nicht vorhersagen. Dass eine Gewitterzelle den Landkreis trifft und dabei auch Blitze entstehen, schon."

Wegen des Unwetters war am Freitag bereits das Konzert von DJ Fritz Kalkbrenner verschoben und schließlich abgebrochen worden. Zuvor waren unter anderem Die Toten Hosen, die Broilers, Marilyn Manson, Rise against und A day to remember aufgetreten.

Auf der Facebook-Seite hatten die Veranstalter vor dem Unwetter gewarnt. Mark Lieberberg, der Veranstalter, entschuldigte sich bei den Fans für den Abbruch und rief die Besucher auf, in ihren Zelten Schutz zu suchen. Viele Zelte wurden in der Nacht von dem Unwetter zerstört.

Erstmals findet das Festival in diesem Jahr nicht mehr auf dem Asphalt des Nürburgrings, sondern auf dem Flugplatz des Eifel-Örtchens Mendig statt, 30 Kilometer entfernt von der Rennstrecke. Erwartet wurden bis Sonntag knapp 90.000 Rockfans.

Die Feuerwehr Mendig hat für Angehörige eine Telefon-Hotline eingerichtet: 02652-6029143

mit Agenturmaterial

 

(RPO)
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