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"Sterbehilfe Deutschland"
Roger Kusch hat 2015 schon 73 Menschen beim Suizid begleitet

Kusch: Habe Sterbehilfe geleistet
Kusch: Habe Sterbehilfe geleistet FOTO: AP
Hannover. Während der Bundestag in dieser Woche über die umstrittene Reform der Gesetzgebung zur Sterbehilfe abstimmen will, hat der Verein Sterbehilfe Deutschland des früheren Hamburger Justizsenators Roger Kusch in diesem Jahr seine Aktivitäten deutlich ausgeweitet.

Laut einer Statistik, die dem in Hannover ansässigen "Redaktionsnetzwerk Deutschland" vorliegt, hat der Verein seit Jahresbeginn 73 Sterbewillige beim Suizid begleitet. Im gesamten Jahr 2014 hatten sich demnach 44 Männer und Frauen mit Hilfe des Vereins das Leben genommen.

Kusch führt den Anstieg auf die geplante Neuregelung von Sterbehilfe zurück, über die der Bundestag am Freitag abstimmen will. Offenbar wollten sich manche Sterbewillige noch vor einem möglichen Verbot von Sterbehilfevereinen in Deutschland das Leben nehmen. Der Anstieg von Sterbebegleitungen um mehr als 50 Prozent habe sicher "etwas mit dem neuen Gesetz zu tun", so Kusch. Viele Vereinsmitglieder seien verunsichert über die Diskussion um ein mögliches Verbot.

Kusch droht mit einer Verfassungsbeschwerde, sollte sich der fraktionsübergreifende Entwurf der Abgeordneten Michael Brand (CDU) und Kerstin Griese (SPD) durchsetzen, der ein Verbot geschäftsmäßiger Sterbehilfe in Deutschland vorsieht. Man könne nicht "einen kleinen Verein zerstören und damit zugleich das Selbstbestimmungsrecht von 80 Millionen Deutschen einschränken". Zum Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) gehören mehr als 30 deutsche Tageszeitungen mit einer Reichweite von 3,4 Millionen Lesern.

(felt/KNA)
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