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Schlachtabfälle in Lebensmitteln: Rückholaktion im Fleischskandal gescheitert

zuletzt aktualisiert: 16.10.2005 - 14:27

München (rpo). Die geplante Rückholaktion im bayerischen Fleischskandal ist gescheitert: "Mit größter Wahrscheinlichkeit gibt es aus den Lebensmittelregalen in Bayern nichts mehr zurückzuholen, weil das Material schon verzehrt ist", sagte der Sprecher des bayerischen Verbraucherschutzministeriums, Roland Eichhorn.

In Bayern waren Fleischabfälle zur Lebensmittelproduktion verwendet worden.  Foto: ddp, ddp
In Bayern waren Fleischabfälle zur Lebensmittelproduktion verwendet worden. Foto: ddp, ddp

Im Freistaat wurde verunreinigtes Material an zwei Unternehmen in Niederbayern und Oberfranken geliefert, die inzwischen durchsucht wurden. Im Fall der niederbayerischen Firma sei davon auszugehen, dass die Fleischabfälle "längst" in den Handel gekommen und schon verbraucht seien, sagte Eichhorn. Bei der oberfränkischen Firma sei der Fall schwieriger, da das Unternehmen nur als Zwischenhändler fungiert habe und noch nicht klar sei, wohin das Material gegangen ist.

Der Sprecher verwies erneut darauf, dass "definitiv keine Gesundheitsgefahren" bei Verzehr der Schlachtabfälle bestünden. Der Vorfall sei allerdings äußerst ekelerregend. Es werde alles dafür getan, um den Skandal vollständig aufzuklären und solche "kriminellen Machenschaften" künftig auszuschließen.

Am Freitag war bekannt geworden, dass 2600 Tonnen Schlachtabfälle illegal umetikettiert und in die Produktion von Lebensmitteln geschleust worden waren. Als Urheber des Skandals zeichnet sich laut Eichhorn immer mehr die Deggendorfer Firma Frost GmbH ab. Die Tierreste landeten innerhalb Deutschlands neben den beiden bayerischen Firmen bei weiterverarbeitenden Betrieben in Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Thüringen. Zudem gingen auch nach Italien, Frankreich und Ungarn Lieferungen.

Verbraucherschutzminister Werner Schnappauf (CSU) will jetzt eine EU-Initiative starten, wie Eichhorn weiter sagte. Demnach sollen Schlachtabfälle nur noch in speziell gekennzeichneten Behältern transportiert werden. Auch die Schlachtabfälle selbst könnten beispielsweise mit Lebensmittelfarben markiert werden.

Quelle: afp

 
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