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BKA spricht von neuer Dimension
Russische Pflegedienste betrügen deutschen Sozialstaat

Russische Pflegedienste betrügen deutschen Sozialstaat
Die Deutschen werden älter. Pflegedienste werden immer wichtiger. FOTO: dpa
Wiesbaden. Gigantischer Abrechnungsbetrug durch Pflegedienste ist in den Fokus von Ermittlern des Bundeskriminalamtes (BKA) gerückt. Dahinter sollen in erster Linie russische Banden stecken. Leidtragende sind vor allem die Kommunen.

Das Abzocken der Sozialkassen in Deutschland habe eine neue Dimension erreicht und verursache einen jährlichen Schaden von mindestens einer Milliarde Euro, berichten der Bayerische Rundfunk und die "Welt am Sonntag". Das BKA habe inzwischen Hinweise auf Strukturen organisierter Kriminalität.

BKA: "Problem ist uns bekannt"

Ein BKA-Sprecher bestätigte der Deutschen Presse-Agentur: "Das Phänomen des Abrechnungsbetrugs mit Pflegediensten von Staatsangehörigen aus der ehemaligen Sowjetunion ist dem BKA bekannt.
Wir beobachten es gemeinsam mit den Bundesländern sehr sorgfältig."

Insbesondere den kommunalen Sozialhilfeträgern sowie den gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen - also letztlich der Allgemeinheit - entstünden beträchtliche finanzielle Schäden, berichtet das Recherche-Team mit Bezug auf einen vertraulichen Bericht des BKA.

Die Betrugsformen seien vielfältig. So rechneten Pflegedienste zum Beispiel systematisch mit gefälschten Pflege-Protokollen nicht erbrachte Leistungen ab. Teilweise seien Patienten aus den ehemaligen Sowjetrepubliken in den Betrug verwickelt.

In diesen Fällen teilten sich Patient und Pflegedienst den Erlös. Regionale Schwerpunkte existieren den Recherchen zufolge in Berlin, Niedersachsen und Bayern.

(csi/dpa)
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