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Schlechtes Sommerwetter
DLRG meldet weniger Badetote

Schlechtes Sommerwetter: DLRG meldet weniger Badetote
FOTO: dpa, Stefan Sauer
Bad Nenndorf . In diesem Jahr sind bisher deutlich weniger Menschen als 2016 bei Badeunfällen gestorben. In den ersten acht Monaten ertranken 297 Menschen - 30 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Das ist das Ergebnis der am Donnerstag vorgestellten Sommerbilanz der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG). Dieser zweitniedrigste Wert seit der Erhebung sei aber kein Grund zur Entwarnung, der Rückgang liege eher am schlechten Wetter, hieß es. Denn im warmen Juni 2017 habe es im Vergleich zu 2016 mehr Todesfälle gegeben.

"Die rückläufige Entwicklung der Opferzahlen ist auf den ersten Blick sehr erfreulich", sagte DLRG-Vizepräsident Achim Haag. Bei genauerer Betrachtung zeige sich aber, dass die vergleichsweise geringe Zahl der Todesfälle auf den durchwachsenen Sommer zurückzuführen sei.

Die Unfallschwerpunkte liegen weiterhin in den Binnengewässern. 240 Menschen starben in Flüssen, Seen, Teichen und Kanälen. Diese Gewässer seien selten bewacht, sagte DLRG-Vizechef Haag. Er forderte, dass Rettungsschwimmer auch diese Badestellen überwachen. Dafür sieht Haag Landkreise, Kommunen und Badbetreiber in der Pflicht.

An den Küsten weist die DLRG-Bilanz bisher ähnlich viele Todesfälle aus wie im Vorjahr. Mit 25 Toten sei an Nord- und Ostsee bisher fast der Wert von 26 Opfern aus dem Gesamtjahr 2016 erreicht. Die meisten tödlichen Wasserunfälle habe es erneut in Bayern gegeben. Dort starben 62 Menschen, in Niedersachsen waren es 38 und in Nordrhein-Westfalen 37.

DLRG-Vizechef Haag beklagte, dass Leichtsinn, Risikobereitschaft und Selbstüberschätzung zugenommen hätten. Flüchtlinge gelten Haag zufolge als besondere Risikogruppe. Auf die mindestens 21 ertrunkenen Asylsuchenden hat die DLRG reagiert: "Wir haben Baderegeln als Piktogramme erstellt und den Kommunen wie Städten kostenlos zur Verfügung gestellt", erklärte Haag.

Die Zahl jugendlicher Opfer sei zwar rückläufig. Dennoch warnte der Präsident des Verbands Deutscher Schwimmmeister, Peter Harzheim: "Wir müssen aufpassen, dass wir nicht ein Land der Nichtschwimmer werden." Er forderte mehr Kursangebote für Kinder - dafür brauche es in Schulen und Bädern mehr Personal. Nach Angaben des Schwimmmeisterverbandes können 40 bis 45 Prozent der Viert- bis Sechstklässler nicht richtig schwimmen.

(felt/dpa)
 
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