Holland, Cornwell, Frankreich: Schnee legt Europa lahm
zuletzt aktualisiert: 27.11.2005 - 11:48Den Haag/Wien (AP). Der überraschende Wintereinbruch am Wochenende hat weite TeileWesteuropas in ein Chaos gestürtzt. Stromausfälle und Rekordstaus, Unfälle und Flugabsagen waren die Folge. In den Niederlanden, im südenglischen Cornwall und in Westfrankreich war es besonders schlimm.
Während sich die Lage dort bis zum Sonntag normalisierte, versank das österreichische Bundesland Kärnten buchstäblich im Schnee. "Nichts geht mehr", zitierte die österreichische Nachrichtenagentur APA einen Polizeisprecher zur Lage auf den Autobahnen am Samstagabend. Querstehende Fahrzeuge, wie auch anderswo oft Lastwagen mit Sommerreifen, blockierten die Straßen. Es krachte fast im Minutentakt. In Villach fiel rund ein Meter Schnee. Die Behörden gaben am Sonntag für mehrere österreichische Bundesländer Lawinenwarnungen aus.
In den Niederlanden verursachte das Winterwetter wie im benachbarten Münsterland erhebliche Schwierigkeiten. Die Behörden bilanzierten am Samstag Staus mit einer Gesamtlänge von mehr als 800 Kilometer - das waren die größten in der Geschichte des Landes.
Eisige Sturmböen fegten über das Land hinweg. Bäume stürzten um und blockierten Straßen und Bahnstrecken. Es kam zu hunderten Unfällen, in mehr als einem Dutzend Städten richteten die Behörden Notunterkünfte ein, unter anderem in Bahnhöfen und Theatern. Viele Menschen verbrachten die Nacht zum Samstag in ihren Fahrzeugen. Zehntausende hatten am Samstag wegen beschädigter Leitungen keinen Strom.
Auch in Belgien kam es zu Stromausfällen und Behinderungen im Bahn- und Flugverkehr. In Brüssel wurden Parkanlagen wegen Schneebruchgefahr geschlossen. Auf eisglatter Straße verunglückte ein 21-Jähriger tödlich.
In Cornwall brach der Verkehr auf der Fernstraße A30 am Freitagabend für einige Stunden vollkommen zusammen, wie die britische Nachrichtenagentur PA berichtete. Soldaten beteiligten sich an den Hilfsaktionen für die gestrandeten Autofahrer, die in Notunterkünften übernachteten. Mit Traktoren und Geländewagen holten Eltern und Freunde rund 300 Schüler aus einer eingeschneiten Schule in Newquai.
Auch in Schottland kam es laut PA zu Behinderungen auf den Straßen. Bei Inverness fuhr ein Personenzug am Samstag in einen Erdrutsch und entgleiste teilweise. Der Fahrer und acht Reisende erlitten leichte Verletzungen, wie die Polizei mitteilte.
In der Bretagne blieben nach heftigen Schneefällen in der Nacht zum Samstag auf der Nationalstraße 12 in der Nähe von Rennes 170 Lastwagen stecken. Helfer versorgten Fahrer mit Decken und Kaffee. In Mittelfrankreich wurde vorübergehend die Autobahn 71 gesperrt. Auch bei Saint-Nazaire an der Atlantikküste kam es zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. In der Vendée südlich der Loire-Mündung fiel am Samstag in 17.000 Haushalten der Strom aus.
In Paris wurde der Eiffelturm wegen Schneefalls für vier Stunden für Besucher geschlossen. Eine Sprecherin der Betreibergesellschaft sagte, die oberen Plattformen und die eisernen Treppen seien wegen der Schneeschicht rutschig geworden. Auf dem Pariser Flughafen Charles-de-Gaulle kam es zu Verspätungen, 30 Flüge wurden annulliert.
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