Deutschland bibbert bei Minustemperaturen: Schnee verursacht Verkehrschaos
zuletzt aktualisiert: 02.12.2010 - 05:51Düsseldorf (RPO). Anhaltende Schneefälle sorgen seit dem frühen Donnerstagmorgen für erhebliche Beeinträchtigungen im Bahnverkehr, insbesondere in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Nordbayern. Auch der Autobahn- und Flugverkehr sind betroffen, sowohl in Deutschland als auch in den Nachbarländern.
Wie die Bahn mitteilte, kommt es durch Verwehungen und Weichenstörungen zu zahlreichen Störungen im Nah- und Fernverkehr. Der Verkehr aus Leipzig in Richtung Nürnberg sowie aus Gerstungen in Richtung Leipzig musste bereits in den Abendstunden zeitweise eingestellt werden.
In Nordbayern war insbesondere der Großraum Lichtenfels und Bamberg betroffen. Zahlreiche Züge blieben bereits am Mittwochabend unter anderem in Eisenach, Gotha, Erfurt, Leipzig und Dresden stehen, bis die Weiterfahrt zum Zielbahnhof wieder möglich war.
Die Bahn hat alle verfügbaren Kräfte im Einsatz, um den Zugverkehr schnellstmöglich wieder zu stabilisieren und die Reisenden vor Ort zu betreuen. Angehörige des Technischen Hilfswerks (THW) versorgen gemeinsam mit Mitarbeitern der Bahn an den Bahnhöfen Leipzig, Erfurt, Gotha und Eisenach Reisende mit Heißgetränken und Decken.
Angesichts der andauernden Schneefälle ist mit weiteren Störungen bis in die Morgenstunden zu rechnen, teilt die Bahn weiter mit. Aufgrund der schwierigen Straßenverhältnisse sei jedoch der Einsatz von Ersatzbussen häufig leider nicht möglich. Reisende werden gebeten, sich vor Fahrtantritt über die aktuelle Verkehrslage und witterungsbedingte Einschränkungen zu informieren.
Die Daten sind im Internet unter www.bahn.de/aktuell und per Telefon unter der gebührenfreien Rufnummer 0800-0 99 66 33 abrufbar.
Die bis in die späte Nacht andauernden Schneefälle haben auch von den Autofahrern in Bayern viel Geduld gefordert. Wie die Polizei am Donnerstagmorgen mitteilte, ging in der Oberpfalz vor allem auf den Autobahnen in und um Regensburg über mehrere Stunden nichts mehr. Liegen gebliebene LKW blockierten die Fahrbahnen vor allem an Steigungen und brachten den Verkehr zum Erliegen. Räum- und Streudienste waren pausenlos im Einsatz, konnten aber ein Festfahren im Schnee vielerorts nicht verhindern.
Stark betroffen waren die Autobahn 3 Passau - Nürnberg, wo am "Regensburger Uniberg" reihenweise Laster stecken blieben. Auch auf der A 93 Regensburg - Weiden kurz nach Regensburg sowie zwischen Windischeschenbach und Falkenberg kam der Verkehr über mehrere Stunden zum Erliegen.Das gleiche Schicksal ereilte die Autofahrer auf der A 6 im Bereich Oberpfälzer Wald Richtung Amberg.
Auch die Bundesstraßen blieben nicht verschont. Auf der B 85 im Bereich Pittersberg befreiten Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) mindestens 20 Fahrzeuge, die sich festgefahren hatten.
Von 19.00 Uhr bis Mitternacht verzeichnete die Polizei allein in der Oberpfalz 30 Verkehrsunfälle, die jedoch meist glimpflich abgingen. Am Nachmittag zuvor waren mehr als 300 Notrufe eingegangen.
Über 60 Unfälle gab es seit Mittwochmittag in Niederbayern. Neun Personen wurden verletzt, es entstand ein Sachschaden von 200.000 Euro. Die Polizei ruft angesichts der winterlichen Verhältnisse dazu auf, möglichst das Auto stehen zu lassen und Fahrten auf das unbedingt notwendige Maß zu reduzieren. Dann sollten Winterreifen aufgezogen und bei Lastern Schneeketten an Bord sein.
Freude am Schnee haben hingegen die Kinder. Wegen der widrigen Straßenverhältnisse fällt in vielen Schulen Bayerns der Unterricht aus.
Die französische Luftverkehrsbehörde DGAC hat Fluggesellschaften dazu aufgefordert, einen Großteil der für Donnerstag geplanten Flüge aus Paris zu streichen. Abgesagt werden sollten 25 Prozent der Flüge aus dem Flughafen Charles de Gaulle und zehn Prozent der Flüge aus dem Flughafen Orly, teilte die Behörde am Mittwoch mit.
Wegen starken Schneefalls und strengen Frosts mussten bereits am Mittwoch in Europa zahlreiche Flüge abgesagt werden. Von massiven Verspätungen betroffen waren auch die deutschen Flughäfen Frankfurt, München und Berlin-Tegel.
Auch die Eurostar-Betreiber die Hälfte der für Donnerstag geplanten Züge unter dem Ärmelkanal hindurch gestrichen. Dies gelte sowohl für die Verbindungen zwischen London und Paris als auch zwischen London und Brüssel, sagte ein Unternehmenssprecher in der Nacht zum Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Die Reisenden sollten - wenn irgendwie möglich - ihre Zugfahrten verschieben. Auch andere Bahnverbindungen in ganz Frankreich wurden gestrichen.
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