Verkehr weiter beeinträchtigt: Schneechaos im Norden entspannt sich
zuletzt aktualisiert: 11.01.2010 - 10:26Schwerin (RPO). Nach dem Winterchaos vom Wochenende hat sich die Wetterlage in Norddeutschland etwas entspannt. Der Katastrophenalarm im Landkreis Ostvorpommern wurde in der Nacht aufgehoben, nachdem der Schneefall und die heftigen Winde nachgelassen hatten. Der Schulunterricht fiel in ganz Mecklenburg-Vorpommern wie auch in vier Landkreisen Schleswig-Holsteins aus. Kritisch ist weiterhin die Verkehrssituation.
In Norddeutschland sind mehrere Autobahnen wegen Schneeglätte stellenweise gesperrt. Wo genau welche Behinderungen auftreten, erfahren Sie aktuell in unserem Staumelder.
Die Lage auf den Straßen im ganzen Bundesgebiet mit Ausnahme des äußersten Westens sei angespannt, sagte eine ADAC-Sprecherin am Montagmorgen im ZDF-"Morgenmagazin". Auf den Autobahnen habe es für die Uhrzeit ungewöhnlich viele Unfälle gegeben.
Starke Schneefälle und meterhohe Schneeverwehungen behinderten am Morgen in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein weiter das öffentliche Leben. Der Unterricht an Mecklenburg-Vorpommerns Schulen fällt aufgrund der schwierigen Verkehrsverhältnisse aus. Wie die Deutsche Bahn mitteilte, muss in Mecklenburg-Vorpommern weiter mit Streckensperrungen und Verzögerungen gerechnet werden. Teile der Küstenautobahn 20 sind laut ADAC weiterhin nicht befahrbar.
Für den Zugverkehr im Nordwesten sind die Strecken Stralsund-Greifswald-Pasewalk, Neubrandenburg-Güstrow und Karlsburg-Züssow gesperrt. Betroffen von den Sperrungen sind die Züge des Regionalverkehrs und die InterCity-Linie Stralsund-Greifswald-Berlin, die weiträumig umgeleitet wird.
Zwischen Karlsburg, Wolgast, Heringsdorf und Swinemünde in Polen konnte der Zugverkehr der Usedomer Bäderbahn (UBB) wieder aufgenommen werden. Die UBB hat zwischen Wolgast und Greifswald Hbf einen Schienenersatzverkehr eingerichtet, der alle zwei Stunden pendelt. Zwischen Stralsund und Barth verkehrt ebenfalls Schienenersatzverkehr. Auf der Strecke Lübeck-Bad Kleinen verkehren die Züge witterungsbedingt nur im Zwei-Stunden-Takt.
In Schleswig-Holstein ist geplant, auf allen Strecken den Zugverkehr wieder aufzunehmen. Mit Zugausfällen und Verspätungen muss weiter gerechnet werden.
Das Bildungsministerium in Schwerin hatte bereits am Sonntag vorsorglich den Unterricht für Montag landesweit in allen Schulen, einschließlich der Beruflichen Schulen sowie der Schulen in freier Trägerschaft, abgesagt. Lediglich im Bedarfsfall sollte eine Kinderbetreuung an den Schulen gewährleistet werden.
Einbußen in Milliardenhöhe
Der harte Winter könnte für die Volkswirtschaft Einbußen in Milliardenhöhe bedeuten. "Die kalte Witterung kann uns den Einstieg ins Wachstumsjahr 2010 gehörig verhageln", zitierte die "Bild"-Zeitung Volker Treier, den Chefvolkswirt des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK).
Kälte und Schnee legten derzeit die Bautätigkeiten auf Eis. Dies treffe neben den Bauunternehmen selbst eine Vielzahl von Branchen wie die Zulieferer von Baustoffen und Maschinen, den Gerüstbau, die Dachdecker, aber auch den Handel mit Innenausstattungen. "Wenn sich das Wetter nicht bald ändert, dann verlieren wir im ersten Quartal rund zwei Milliarden Euro Wertschöpfung am Bau", sagte Treier. Umgerechnet seien das rund 0,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts im ersten Quartal.
Der Süden der USA registriert zurzeit die niedrigsten Temperaturen seit Jahrzehnten. Zum ersten Mal seit mindestens 30 Jahren schloss der Metrozoo von Miami wegen Kälte. Der Zoo von Atlanta wurde wegen Glatteis auf den Wegen geschlossen.
In Florida erfroren etwa 100.000 tropische Fische in den Teichen eines Züchters, nachdem es in der Nacht Frost gegeben hatte. Der Besitzer Michael Breen in Loxahatchee Groves bei Miami schätzte den entstandenen Schaden auf 535.000 Dollar (375.000 Euro).
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