Winternacht im Auto: Schneefälle halten Autofahrer in Atem - Rhein steigt an
zuletzt aktualisiert: 15.02.2005 - 17:05Köln (rpo). Die Autofahrer in Deutschland haben es derzeit schwer. Anhaltende Schneefälle und spiegelglatte Fahrbahnen führten zu hunderten Unfällen. Und die andauernden Niederschläge lassen die Flüsse ansteigen. So erreichte der Rhein in Köln bereits die Hochwassermarke eins. Und auch für die Nacht zu Mittwoch sind wieder frostige Temperaturen vorhergesagt.
Vor allem in Rheinland-Pfalz, Bayern, Hessen und Niedersachsen kam es zu vielen witterungsbedingten Unfällen. Hunderte Kraftfahrer mussten nach Polizeiangaben die Nacht zum Dienstag in ihren Fahrzeugen verbringen, weil liegengebliebene Lastwagen die Fahrbahnen blockierten. Durch die ergiebigen Schneefälle stieg auch die Lawinengefahr im Alpenraum.
Auf der A 3 in Rheinland-Pfalz kamen am späten Montagabend zwischen Siebengebirge und Neustadt/Wied an den Steigungen zahlreiche Lkw ins Rutschen. Es bildete sich ein kilometerlanger Stau.
Das Technische Hilfswerk war stundenlang im Einsatz, um die betroffenen Autofahrer mit heißen Getränken und Decken zu versorgen. Erst am Dienstagmorgen beruhigte sich die Lage wieder. Auch im Hunsrück, in der Eifel und im Westerwald ging auf vielen Straßen nichts mehr.
Auf der B 270 bei Waldfischbach-Burgalben kam am Morgen ein mit Paletten beladener Sattelzug von der Fahrbahn ab. Zugmaschine und Auflieger verkeilten sich ineinander. Der Fahrer erlitt Kopfverletzungen und Prellungen.
Im oberbayerischen Oberpframmern verunglückte ein 19-Jähriger auf spiegelglatter Fahrbahn tödlich. Er geriet mit seinem Fahrzeug ins Schleudern und prallte frontal gegen einen Baum. Bei einem Unfall eines Gefahrgutlasters auf schneeglatter Straße im Kreis Calw in Baden-Württemberg liefen am Morgen rund 1.000 Liter Schwefelsäure und Wasserstoffperoxid aus. Für Menschen bestand jedoch keine Gefahr.
Auch in Baden-Württemberg verwandelten Neuschnee und Glatteis viele Straßen abermals in Rutschbahnen. Auf der A 5 in Richtung Basel kam es auf vereister Fahrbahn zu einer Unfallserie. Nach dem Unfall staute sich der Verkehr auf der Strecke auf einer Länge von zwölf Kilometern.
Auf Grund der Niederschläge erreichte der Kölner Rheinpegel in der Nacht die Hochwassermarke 1 und lag am Mittag bei 6,86 Meter. Die Schiffe dürfen nur noch mit verminderter Geschwindigkeit und im mittleren Stromdrittel fahren, um Uferbeschädigungen zu vermeiden, wie die Kölner Hochwasserschutzzentrale mitteilte.
Experten zufolge sollte die Hochwasserwelle am Abend bei etwa sieben Metern ihren Höchststand erreichen. In Düsseldorf zeigte der Pegel am Mittag 6,32 Meter.
Zugleich kletterte die Lawinengefahr in den Alpen durch die Schneefälle auf Stufe 3 ("erhebliche Gefahr"). Mit den angekündigten weiteren Schneefällen rechneten die Experten des Lawinenwarndienstes mit einer erneuten Verschärfung der Lage.
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