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Andrang sorgt für Spannungen
Schon 250.000 Flüchtlinge nutzen Lebensmittel-Tafeln

Schon 250.000 Flüchtlinge nutzen Lebensmittel-Tafeln in Deutschland
Mitarbeiter der Tafel geben in Mechernich (Nordrhein-Westfalen) Lebensmittel an Flüchtlinge aus. FOTO: dpa, obe pil rho
Fulda . Asylbewerber in Deutschland nehmen zunehmend das Angebot der Tafeln mit kostenlosen Lebensmitteln für Hilfsbedürftige in Anspruch.

"Wir beobachten flächendeckend große Nachfrage", berichtet der Bundesverband Deutsche Tafel der Deutschen Presse-Agentur. Bundesweit geht der Verband von 1,5 Millionen regelmäßigen Besuchern aus. Inzwischen kämen etwa 250.000 Flüchtlinge hinzu - den Tafeln zufolge mit wachsender Tendenz.

Der Zulauf hat Folgen. Die 60.000 Ehrenamtlichen, die gespendete Lebensmittel - etwa von Supermärkten - verteilen, bemerkten eine größere Belastung durch die Flüchtlinge, sagt Ernährungssoziologin Jana Rückert-John. "Es kommt zu Spannungen, weil nun auch vermehrt Migranten die Einrichtungen aufsuchen", sagt die Professorin der Hochschule Fulda. Unter den Bedürftigen komme die Frage auf, wer Vorrang bei der Verpflegung durch die Tafeln haben solle.
Rückert-John ist Vorsitzende des Netzwerks für Ernährungskultur, das am Donnerstag (3. März) im hessischen Fulda ein Symposium zur Situation der Verpflegung von Migranten in Deutschland veranstaltet.

Da das Warenangebot nicht wachse, gebe es für den Einzelnen nun weniger, sagt Tafel-Sprecherin Stefanie Bresgott. "Wir versuchen bei allen Beteiligten, um Verständnis zu werben. Aber es gibt auch Spanungen. Konflikte treten auf."

Verbandschef Jochen Brühl verlangt Unterstützung von der Politik. "Wir fordern die Bundesregierung auf, den Tafeln projektbezogen Finanzierungshilfe zu gewährleisten, um Dolmetscher, Flüchtlingsbetreuer, Koordinatoren zur lokalen Vernetzung mit den Kommunen oder Integrationshelfer beschäftigten zu können."

Professorin Rückert-John bewertet die Verpflegung für Flüchtlinge in Deutschland abseits der Tafeln, zum Beispiel in den Unterkünften, als qualitativ gut. "Große Caterer, die den Zuschlag von Kommunen bekommen, haben die Flüchtlingsverpflegung als lukratives Geschäft entdeckt." Sie bekämen einen Tagessatz zwischen 10 und 16 Euro pro Person.

Die Tafeln unterstützen an mehr als 3000 Ausgabe-Standorten in Deutschland Bedürftige mit gespendeten Lebensmitteln.

 

 

 

(felt/dpa)
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