Kritik an Rüttgers und "illoyaler Truppe": Schramma wittert eine Verschwörung
zuletzt aktualisiert: 06.04.2009 - 08:05Berlin (RPO). Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma hat nach seinem Rückzug von einer erneuten Kandidatur Teile seiner Beamtenschaft und Ministerpräsident Jürgen Rüttgers scharf angegriffen.
"Fünf von sieben Dezernenten aus meinem Stadtvorstand" hätten sich gegen ihn gewandt, sein Stadtdirektor habe ihm "mit drei bis fünf Jahren Gefängnis" gedroht, und es habe "Anzeigen aus dem Koordinierungsstab heraus" gegen ihn gegeben, zitiert die "Welt" den CDU-Politiker. Er deutete demnach an, dieser Widerstand sei parteipolitisch motiviert gewesen.
Schramma hatte nach Kritik an seinem Krisenmanagement nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs angekündigt, nicht mehr für die nächste Oberbürgermeisterwahl anzutreten.
"Wenn ich feststelle, dass ich da eine illoyale Truppe um mich herum habe, wird es schwierig", zitiert die Zeitung Schramma. "Die Beamten hier haben einen Eid auf das Wohl der Stadt geleistet. Daran muss man sie erinnern. Sie haben keinen Eid auf die Parteizentrale gesprochen."
Zudem habe es Signale aus seiner eigenen Partei gegeben, sich von ihm zu distanzieren, zitiert die Zeitung Schramma. Er habe daraufhin den nordrhein-westfälischen CDU-Chef und Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers vergeblich direkt oder über dessen persönlichen Referenten zu erreichen versucht. "Ich habe von Rüttgers verlangt, dass er sofort dementiert, wenn die Meldung vom Abrücken falsch sein sollte." Doch der Ministerpräsident habe nicht persönlich reagiert, was der letzte Tropfen gewesen sei, der das Fass zum Überlaufen gebracht habe.
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport,
Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder,
Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.







