Einsturz des Stadtarchivs: Schüler filmt das Einsturz-Drama von Köln
zuletzt aktualisiert: 04.03.2009 - 14:22Köln (RPO). Es sind Bilder, die stark an die Ereignisse des 11. Septembers 2001 erinnern. Ein Gebäude bricht in sich zusammen, die umliegende Stadt verschwindet unter einer riesigen Wolke aus Schutt und Staub. Das sind die Bilder des dramatischen Einsturzes des Historischen Archivs in Köln. Ein Schüler hat sie mit seiner Kamera festgehalten.
Severinstraße in Köln. Es ist kurz vor 14 Uhr. In der benachbarten Kaiserin-Augusta-Schule findet gerade der Informatik-Unterricht statt. Plötzlich nimmt die Katastrophe ihren Lauf. Das gegenüberliegende Gebäude bricht mit einem lauten Grollen in sich zusammen. Ein Schüler kann den Einsturz des Kölner Stadtarchivs mit seiner Handykamera aufzeichnen und stellt den Film auf die Seite des Internet-Portals Metacafe.com. Inzwischen wurde der Beitrag allerdings von der Seite entfernt.
Die Bilder zeigen, wie sich eine riesige Wolke aus Schutt und Qualm über die Kölner Südstadt legt. Der Schüler kommentiert selbst das Erlebte: "Zuerst war überhaupt nicht klar, was passiert war, als die Staubwolke sich lichtete, stellten wir mit Erschrecken fest, dass das Stadtarchiv vollkommen zerstört war und das benachbarte Wohnhaus geteilt.
Auch Teile Rettungsarbeiten konnte er beobachten: "Eine ältere Frau wurde noch von einem engagierten Nachbarn mittels einer Leiter von Ihrem Balkon gerettet, bevor zwei Minuten später ein riesiges Schuttstück auf ihn stürzte.
Kölner OB stellt U-Bahn-Bau in Frage
Einen Tag nach dem Unglück hat sich der Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma erschüttert über den Einsturz des Historischen Stadtarchivs gezeigt und den weiteren U-Bahn-Bau in der Stadt in Frage gestellt. "Ich frage mich, wie so etwas passieren kann", sagte Schramma am Mittwoch.
Ein Zusammenhang des Unglücks mit der nahen Baustelle sei zu vermuten – nun müsse entschieden werden, ob U-Bahn-Bau in dicht bevölkerten Städten überhaupt noch möglich sei. "Für mich wird das jedenfalls zusehends zu einem Problem." Es könne nicht sein, dass dadurch Menschen gefährdet würden.
Zwei bis fünf Menschen werden weiter vermisst
Mehr als 16 Stunden nach dem Einsturz des Historischen Stadtarchivs in Köln hält die Suche nach möglichen Verschütteten unterdessen weiter an. Nach Angaben der Feuerwehr wird von zwei bis fünf vermissten Menschen ausgegangen. Andere Angaben sprechen von drei vermissten Personen.
Ursache des Unglücks am Dienstag war nach ersten Erkenntnissen ein Erdrutsch in einer U-Bahnbaustelle. Die Suche nach den Vermissten könne erst fortgesetzt werden, wenn die Unglücksstelle stabilisiert ist, hieß es. Dazu werde die Unglücksstelle weiter mit rund 1000 Kubikmetern Beton gesichert, sagte ein Feuerwehrsprecher. Dadurch solle verhindert werden, dass der Boden erneut nachgibt.
Wurden auch zwei Autofahrer verschüttet?
Bei den Vermissten soll es sich unter anderem um zwei Bewohner eines der beiden zerstörten Nachbarhäuser handeln. Darüber hinaus gebe es bislang keine Informationen über den Verbleib von zwei Insassen eines Kastenwagens, der nach Augenzeugenberichten zum Unglückszeitpunkt vor dem Gebäude stand.
In der Nacht auf Mittwoch sowie am Mittwochmorgen hatten die Einsatzkräfte die Aufräumarbeiten unvermindert fortgesetzt. Hinter dem komplett zusammengestürzten Gebäude seien mehrere Garagen abgerissen worden, um den Weg in einen der Keller des Archivs freizumachen, sagte ein Feuerwehrsprecher. Von dort seien erste Dokumente aus dem Archiv geborgen worden.
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