Zu viel Fast Food auf dem Pausenhof: Schulen verhängen Pizza-Verbot
zuletzt aktualisiert: 27.03.2007 - 19:40Bielefeld (RPO). Pizza-Taxen und Döner-Lieferdienste machen an deutschen Schulen gute Geschäfte: Viele Schüler lassen sich in der Mittagspause Fast Food auf den Pausenhof liefern. Doch einigen Schulleitern ist das ein Dorn im Auge: An zwei Schulen in NRW gilt ab sofort ein Pizza- und Dönerverbot.
Am Gymnasium Brede in Brakel (Kreis Höxter), einer freien Schule in katholischer Trägerschaft, und am Königin-Mathilde-Gymnasium in Herford sei per "Pizza-Erlass" der Verzehr von Fast-Food, die Pizza-Taxen und Döner-Dienste bisher lieferten, untersagt worden, berichtet das Bielefelder "Westfalen-Blatt".
"Die Bestellungen haben überhand genommen", sagte Schulleiter Friedhelm Molitor aus Brakel. Da die Schule per Gesetz zur Gesundheitsförderung und -erziehung verpflichtet sei, könne sie den häufigen Verzehr der Pizzen nicht mehr befürworten. Hinzu komme, dass Mobiliar und Bücher durch Fett verschmutzt würden. Täglich seien bis zu 50 Pizzen geliefert worden.
Nachdem zuletzt ganze Klassen Pizzataxen oder Döner-Dienste in der Mittagspause zum Königin-Mathilde-Gymnasium beorderten, habe auch die Schulleitung in Herford einen "Pizza-Erlass" verfügt.
Ein zusätzlich notwendiger Müllcontainer habe den Schuletat mit 1500 Euro Mehrkosten jährlich belastet. "Die Gymnasiasten können beim hausinternen Mittagessen-Angebot der Schule immerhin aus zehn verschiedenen Menüs von zwei bis vier Euro auswählen", sagte der stellvertretende Schulleiter Michael Krügermeyer-Kalthoff dazu.
Rückendeckung gibt es für das Vorgehen vom NRW-Schulministerium. "Wenn der Schulbetrieb erheblich gestört wird, kann die Schulleitung ein solches Verbot aussprechen", sagte eine Ministeriumssprecherin. Ferner rechne sich das Essenangebot einer Schule nicht mehr, wenn es von immer weniger Schülern angenommen werde.
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