Vorsicht ist angesagt: Schweinegrippe: Für Schwangere kein Küsschen mehr
zuletzt aktualisiert: 31.07.2009 - 07:13Osnabrück (RPO). Der Berufsverband der Frauenärzte hat die Schwangeren in Deutschland angesichts der Schweinegrippe zu Vorsichtsmaßnahmen aufgerufen. Auf Reisen sollten werdende Mütter Massenveranstaltungen wie Konzerte, Fußballspiele oder Volksfeste meiden und auf Händeschütteln oder Begrüßungsküsschen verzichten, sagte der Impfexperte des Verbands, Michael Wojcinski.
Wojcinski warnte im Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" gleichwohl vor Panikmache: "Viele Schwangere sind durch die aktuelle Debatte über das Virus H1N1 tief verunsichert, aber es gibt derzeit keinen Grund, sich große Ängste zu machen."
Werdende Mütter sollten bei Erkrankungsverdacht möglichst zu Hause bleiben und telefonisch ihren Arzt um Rat fragen sowie im beruflichen Umfeld die Hygienevorschriften - wie unter anderem häufiges Waschen der Hände - beachten, riet der Frauenarzt.
Im Falle einer Erkrankung seien antivirale Medikamente wie Tamiflu auch bei Schwangeren anzuwenden, eine vorsorgliche Einnahme verbiete sich aber. Sobald ein Impfstoff gegen das Virus H1N1 vorhanden sei, würden Schwangere auch als eine der ersten Gruppen geimpft, sagte Wojcinski. "Nach unserem bisherigen Kenntnisstand impliziert der Impfstoff keine Komplikationen für die Schwangerschaft."
Dass Schweizer Frauenärzte Patientinnen dazu rieten, derzeit auf eine geplante Wunschschwangerschaft zu verzichten, bis die Grippewelle vorbei ist, hält der deutsche Berufsverband für übertrieben. "Auch in Zeiten der Schweinegrippe können Frauen ohne Sorge Kinder bekommen", sagte Wojcinski.
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