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Fluchtgefahr: Schweizer Schläger bleiben in Haft

zuletzt aktualisiert: 13.07.2009 - 20:59

Zürich/München (RPO). Nach ihrem Gewaltexzess in München schweigen die drei 16 Jahre alten Schüler weiter und bleiben voraussichtlich bis zum Prozessbeginn in Haft. Nach Angaben des Münchner Staatsanwaltes Andreas Franck bestehe wegen der drohenden Strafe Fluchtgefahr.

Eine Haftverschonung, wie sie das Gesetz in leichteren Fällen vorsehe, sei aufgrund der Schwere der vorgeworfenen Taten bei den drei Jugendlichen nicht möglich, sagte Franck. Sie blieben deshalb bis auf weiteres im speziellen Jugendarrest in München.

Den drei Schülern drohen Freiheitsstrafen von bis zu zehn Jahren. Sie hatten Anfang Juli bei ihrer Abschlussfahrt in München abends innerhalb einer halben Stunde in der Innenstadt fünf Menschen angegriffen. Die Staatsanwaltschaft sprach von einem "Amoklauf ohne Waffen". Nach eigenen Angaben wollten die Täter aus Spaß "Leute wegklatschen".

Die drei 16-Jährigen sitzen wegen versuchten Mordes in Untersuchungshaft, zwei 15- und 17-Jährige, die auf freiem Fuß sind, müssen mit einer Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung rechnen.

Haupttäter verweigert Aussage

Zwei der drei inhaftierten Schüler hätten bisher Aussagen gemacht und Taten eingestanden, sagte Franck. Der mutmaßliche Haupttäter hingegen habe bisher jede Aussage verweigert. Beschwerden gegen die Weiterführung der Haft seien bisher keine eingegangen, sagte Franck weiter. Die Eltern der Inhaftierten hätten weiterhin ein Besuchsrecht.

Den Jugendlichen wird versuchter Mord in zwei Fällen vorgeworfen, wie der Staatsanwalt weiter sagte. Im einen Fall handelt es sich um einen 46-jährien Versicherungskaufmann, den sie fast zu Tode traten, im zweiten Fall um einen Mazedonier, den sie massiv verprügelten.

Bei den drei weiteren Opfern, von denen einer behindert ist, und einem Studenten, werde wegen schwerer Körperverletzungen gegen die 16-Jährigen ermittelt. Franck präzisierte weiter, der behinderte Mazedonier sei nicht lebensgefährlich verletzt worden.

Die Ermittlungen seien aufwendig, aber aller Voraussicht nach werde die Anklage noch dieses Jahr erhoben, sagte Franck. Wann der Prozess stattfindet, konnte er noch nicht sagen.

Quelle: AP

 
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