kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Christopher-Street-Day-Parade in der Domstadt: Schwule und Lesben erobern Köln

zuletzt aktualisiert: 04.07.2004 - 15:14

Köln (rpo). Schrill, schräg, schlagkräftig: Schwule und Lesben erobern heute Köln. In der Domstadt geht die große Christopher-Street-Day-Parade (CSD-Parade) über die Bühne.

Stolz posierte eine füllige Drag-Queen, die in einer gewagten Mischung aus Rambo-Schick und Dschungelbuch-Look zeigt, was sie hat. Matrosen in engen Oberteilen erinnerten ein wenig an die "Village People", und bärtige Männer in Lederkluft ließen die 80er Jahre wieder aufleben. Bei einer männlichen Samba-Formation seufzte so manche heterosexuelle Frau unwillkürlich: "Warum? Das Leben ist ungerecht."

Seit 1991 treffen sich Schwule und Lesben an jedem ersten Juliwochenende, um in der Domstadt für Toleranz, Verständnis und Gleichberechtigung zu demonstrieren. Hintergrund sind Ausschreitungen auf der Christopher Street in New York von 1969. "Damals haben Polizisten Schwule und Transsexuelle verprügelt, die sich dann gemeinsam gewehrt haben", erklärte ein sympathischer Mann, der Arm in Arm mit seinem Freund auf der Deutzer Brücke in Köln stand und auf die Parade wartete. "Angeblich haben die Drag Queens damals ordentlich mit ihren Handtaschen zugeschlagen", fügte er hinzu.

Doch das ist inzwischen Geschichte. "Liebe Deinen Nächsten, wir sind alle Freunde", sang Marie-Luise Nikita stimmgewaltig auf dem WDR 4-Wagen, auf dem unter anderem auch der Sänger Patrick Lindner mit von der Partie war. Insgesamt fast 90 Festwagen waren es, die von der Deutzer Brücke über den Neumarkt zum Dom zogen - eine noch größere Parade als der Rosenmontagszug. Einige Hotels und Restaurants hatten die Regenbogenfahne - das Zeichen der schwul-lesbischen Bewegung - gehisst.

Fast eine Million Zuschauer waren von dem ausgelassenen Feiern der Homosexuellen angelockt worden. Dass der ein oder andere dem schrill-bunten Treiben skeptisch gegenübersteht, war nicht zu übersehen. Biedere Ehemänner, die zufällig mit ihren Gattinnen an der Parade vorbeigingen, hielt die Hand ihrer besseren Hälfte ein wenig zu fest.

Fotos