Fehde zwischen Bandidos und Hells Angels: SEK findet Waffen bei Rocker-Razzia
zuletzt aktualisiert: 10.02.2012 - 06:53Leverkusen (RPO). Nach der Massenschlägerei zwischen "Hells Angels" und "Bandidos" in Mönchengladbach vor knapp drei Wochen hat die Polizei zwei Verdächtige ins Visier genommen. Ermittler durchsuchten am Donnerstagabend ein Bordell in Leverkusen, das einem der zwei Männer, einem 37 Jahre alten "Bandido", gehört.
Die Einsatzkräfte des SEK fanden bei der Razzia mehrere Hieb- und Stichwaffen, wie Staatsanwaltschaft und Polizei in Mönchengladbach gemeinsam in der Nacht zum Freitag mitteilten.
Die beiden Männer waren in die Messerstecherei zwischen den verfeindeten Rockerclubs Hells Angels und Bandidos in der Altstadt von Mönchengladbach verwickelt, bei der am 21. Januar vor einer Diskothek vier Menschen verletzt wurden.
Nach Angaben der Polizei richtete sich der Großeinsatz mit mehreren Hundert Einsatzkräften, den die Gladbacher Mordkommission „Kutte“ leitete, zeitgleich gegen ein als Saunaclub bekanntes Bordell in Leverkusen sowie drei Privatwohnungen in Köln, Duisburg und Leverkusen.
Im Zusammenhang mit der Gladbacher Messerstecherei wirft die Polizei den beiden Männer aus dem Kreis der Bandidos eine versuchte Tötung vor. Ein Mitglied der Hells Angels war in Mönchengladbach lebensgefährlich verletzt worden.
Polizisten schlagen Fenster ein
Gegen 20.30 Uhr stürmten Sondereinsatzkräfte und Beamte der Kriminalpolizei in Leverkusen den Saunaclub „Globe“ an der Porschestraße Ecke Maybachstraße im Stadtteil Fixheide, nachdem sie zuvor das Gebäude umstellt und die Umgebung weiträumig abgeriegelt hatten. Die Polizisten schlugen blitzartig Fenster und Türen des Saunaclubs ein und forderten Personen in dem Gebäude per Megaphon auf, sich auf den Boden zu legen.
Bei den beiden gesuchten Männern soll es sich nach Informationen unserer Redaktion um den 37-jährigen aus Tunesien stammenden Betreiber des Saunaclubs sowie einen 23-Jährigen aus Köln mit Aufenthaltsorten in Leverkusen und Duisburg handeln. Die Polizei war auf die Spur der beiden Verdächtigen gekommen, nachdem sie die Videobänder von Überwachungskameras am Alten Markt in der Mönchengladbacher Innenstadt ausgewertet hatte.
Nach der Erstürmung des Saunaclubs stellten die Polizisten am Donnerstag vor allem Beweismittel sicher, Festnahmen erfolgten nicht. Der offenbar von langer Hand vorbereitete Einsatz hatte seinen Ausgangspunkt auf dem Parkplatz des Schlosses Morsbroich, wo die Polizei am Abend mehr als 40 Einsatzfahrzeuge, darunter auch gepanzerte, zusammenzog.
Die Verdächtigen wurden in einem eigens auf dem Geländes des Saunaclubs aufgebauten Zelt vernommen und erkennungsdienstlich behandelt. Rund um den Saunaclub errichtete die Polizei eine Wagenburg, um den beiden als Schwerkriminelle bekannten Verdächtigen keine Möglichkeit zur Flucht zu geben.
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