Offenbar Mitarbeiterinnen belästigt: Sexskandal im Wuppertaler Zoo
zuletzt aktualisiert: 19.09.2008 - 08:40Wuppertal (RPO). Skandal im Wuppertaler Zoo: Zwei Tierpfleger und deren Vorgesetzter sollen eine Praktikantin und andere Mitarbeiterinnen sexuell belästigt haben. Mittlerweile wurden erste Konsequenzen gezogen und die zwei Tierpfleger entlassen.
Der Vater einer Praktikantin brachte den Stein mit einer Dienstaufsichtsbeschwerde ins Rollen. Nach seinen Angaben war seine 17-jährige Tochter während ihres Praktikums mit sexistischen Sprüchen beleidigt und einmal bis zur totalen Bewegungslosigkeit gefesselt worden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen des Verdachts der Nötigung, Freiheitsberaubung und Körperverletzung gegen zwei der Pfleger. Die Ermittlungsbehörde geht inzwischen von mehreren Opfern aus.
Inzwischen sind auch Vorwürfe gegen den Vorgesetzten der Männer bekanntgeworden, wie Stadtdirektor Johannes Slawig am Donnerstag mitteilte. Auch der Vorgesetzte der beiden Beschuldigten soll in zwei Fällen Mitarbeiterinnen körperlich bedrängt haben. Er habe inzwischen die Gelegenheit erhalten, sich zu den Vorwürfen zu äußern, sagte Slawig.
Mehrere Zeugen haben den Angaben zufolge der Polizei von weiteren verbalen und körperlichen Übergriffen durch die beiden Pfleger sowie von einem durch sexistische "Anmache" belasteten Betriebsklima berichtet. Geschildert wurden außerdem Fälle von Alkoholkonsum im Dienst.
"Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass unsere vorhandenen Schutzmechanismen und Ansprechpartnerangebote von den Betroffenen offenkundig aus Angst und Scham nicht in Anspruch genommen wurden", bedauerte Slawig und kündigte umfangreiche Mitarbeitergespräche ebenso wie ein verschärftes Alkoholverbot für die Beschäftigten im gesamten Zoo-Gelände an.
Nach dem Bekanntwerden der Missbrauchs-Affäre hat die Stadtverwaltung den zwei beschuldigten Tierpflegern gekündigt.
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