Fachhochschule Gelsenkirchen: Skandal um veruntreute Fördermillionen zieht weitere Kreise
zuletzt aktualisiert: 21.04.2007 - 17:07Hamburg/Gelsenkirchen (RPO). Der Skandal um veruntreute Fördermillionen an der Fachhochschule Gelsenkirchen zieht offenbar weitere Kreise. Zu den Professoren, die sich durch die kriminellen Machenschaften einiger Kollegen getäuscht fühlen, gehört nach einem am Samstag verbreiteten Vorabbericht des Hamburger Magazins "Spiegel" auch Christine Volkmann, die Schwiegertochter von Altkanzler Helmut Kohl (CDU).
Die Betriebswirtschaftlerin, seit 1999 Mitglied der Fachhochschule, habe dort den Unesco-Lehrstuhl für "Entrepreneurship and Intercultural Management" inne. Den Festvortrag zur Verleihung des Lehrstuhls vor zwei Jahren habe Schwiegervater Kohl gehalten.
Diese Veranstaltung sei von einem der Hauptbeschuldigten in der Subventionsaffäre mitgesponsert worden, der zudem auch Volkmanns wissenschaftlichen Mitarbeiter finanziert, heißt es in dem Bericht weiter. In beiden Fällen sei dies durch die Leitung der Hochschule veranlasst worden, betont laut "Spiegel" die Wissenschaftlerin, die die Bezahlung ihres Mitarbeiters aus heutiger Sicht für eine "unglückliche Lösung" hält. Vom Subventionsbetrug habe sie erst durch die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Bochum erfahren.
Die Staatsanwaltschaft Bochum ermittelt wegen des Verdachts des gewerbs- und bandenmäßigen Subventionsbetrugs und der Steuerhinterziehung am hochschulnahen Inkubator-Zentrum Emscher-Lippe. Im Visier der Behörde sind insgesamt sechs Tatverdächtige, darunter drei Professoren und ein akademischer Mitarbeiter der Fachhochschule. Die NRW-Landesregierung fordert in der Affäre fast zwölf Millionen Euro an Fördergeldern zurück. Die Opposition im Düsseldorfer Landtag wirft der Landesregierung vor, die Verwendung von Fördergeldern mangelhaft kontrolliert zu haben.
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