Deutschland: So wenig Geburten wie noch nie
zuletzt aktualisiert: 17.05.2010 - 14:14Wiesbaden (RPO). Deutschland im Geburtentief: Im vergangenen Jahr sind so wenige Kinder in der Bundesrepublik geboren worden wie noch nie zuvor. Nach vorläufigen Ergebnissen kamen 651.000 Jungen und Mädchen lebend zur Welt, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte. Das waren rund 30.000 oder 3,6 Prozent weniger als 2008.
Bundesfamilienministerin Kristina Schröder machte die gesunkene Zahl der Frauen im gebärfähigen Alter für den Geburtenrückgang verantwortlich. Allein in den vergangenen vier Jahren ging die Zahl der Frauen im Alter zwischen 15 und 49 Jahren um eine halbe Million zurück, wie die CDU-Politikerin erklärte. Positiv sei aber, dass die Zahl der Kinder pro gebärfähiger Frau weitgehend stabil geblieben sei. Schröder bekannte sich zum weiteren Ausbau der Kleinkindbetreuung und betonte: "Der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz wird kommen."
Die bislang niedrigste Geburtenzahl hatte es 2006 mit 672.724 gegeben. Mit der Einführung des Elterngeld 2007 hatte es mit 684.862 nur einen vorübergehend einen leichten Anstieg gegeben. Seitdem war sie wieder gesunken. Die bislang höchste Geburtenzahl seit dem Zweiten Weltkrieg wurde in ganz Deutschland 1964 mit 1.357.304 registriert und damit gut doppelt so vielen wie zur Zeit.
Sterbefälle nahezu gleich geblieben
Bei einer nahezu gleichgebliebenen Zahl von Sterbefällen (rund 842.000 entsprechend minus 0,2 Prozent gegenüber 2008) sank der Saldo zwischen Geborenen und Gestorbenen auf minus 190.000 und damit den zweitniedrigsten Stand seit dem Zweiten Weltkrieg. Nur 1975 starben mit einem Saldo von minus 207.339 noch mehr Menschen in Deutschland als geboren wurden. 2008 hatte das Verhältnis noch minus 161.925 betragen. Zum letzten Mal im Plus war es 1971 mit einem Überschuss von 47.773.
Die Zahl der Hochzeiten verharrte auf sehr niedrigem Niveau. Nach vorläufigen Berechnungen gab es 376.000 Eheschließungen, im Jahr zuvor war man zunächst von 375.000 ausgegangen. Tatsächlich waren es dann 377.055 gewesen. Das waren in etwa halb so viele wie im bisherigen Hochzeitsboomjahr 1950, als 750.452 Paare sich das Jawort gegeben hatten.
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