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Wintereinbruch in Deutschland
So wird das Wetter bis Weihnachten

Wo war es wann wie kalt?
Wo war es wann wie kalt? FOTO: AP
Düsseldorf (RPO). Deutschland zittert bei arktischen Temperaturen, dichter Schneefall am Wochenende verursachte Chaos auf den Straßen. Entspannung ist nur vorübergehend in Sicht. In der Nacht zu Dienstag könnte es auf den Straßen spiegelglatt werden. An den Weihnachtsfeiertagen ist nasskaltes Wetter zu erwarten. Von Philipp Stempel

Das Winter-Wochenende hat Deutschland schwer erwischt. mit Rekordtemperaturen im Minus-Bereich, Kältetote, Chaos auf den Straßen, an den Flughäfen und im Zugverkehr. Vor allem Nordrhein-Westfalen und Bayern hat es getroffen. Innerhalb weniger Stunden fielen bis zu 15 Zentimeter Schnee. Am Montagmorgen gab es nach Angaben der Polizei bis zu 20 Kilometer lange Staus. In NRW war die Autobahn 1 gesperrt.

Von Südwesten zieht am Montag über das Siegerland und die Eifel zudem neuer Schneefall auf, der später die Mitte Deutschlands erreicht. Im Norden ist es wechselnd wolkig, Schneeschauer gibt es dort nur gelegentlich. Mit Höchstwerten zwischen minus sechs Grad im Vogtland und einem Grad am Oberrhein und auf den Nordseeinseln wird es spürbar milder.

Was kommt jetzt? Aber wie geht es in den nächsten Tagen weiter mit dem Winter? Am Montag ist bereits Tief "Vincent" zu spüren. Es wird spürbar milder. Im Rheinland konnten sich die Menschen sogar an der Sonne erfreuen. Spätestens in der Nacht aber wird es gefährlich.

Eisregen in der Nacht In der Nacht zu Dienstag ist bis auf den Norden mit Eisregen zu rechnen. Ist es am Abend noch eisig kalt, wird es während der Nacht immer wärmer, erläutert Wetterexperte Oliver Klein von meteomedia. Der Schnee verwandelt sich vor allem in den Niederungen zunehmend in Regen. Wo er auf den vereisten Böden fällt, entstehen spiegelglatte Straßen. Die Tropfen gefrieren schlagartig. So kann unter Umständen eine bis zu mehreren Zentimetern dicke, klare Eisschicht entstehen. Selbst Autos mit Winterreifen finden auf einem solchen Untergrund keinen Halt.

Dienstag bis zu fünf Grad Am Dienstag sollten Autofahrer im Berufsverkehr also höllisch aufpassen. Wo es besonders gefährlich wird, vermag Wetterexperte Klein allerdings nicht zu sagen. Besonders betroffen von der Glätte sind voraussichtlich abgelegene Straßen, die nicht gestreut sind. "Tagsüber aber wird es besser", sagt der Meteorologe. Am Rhein könne es bis zu fünf Grad plus geben. Eher kalt bleibt es im Norden. Im norddeutschen Tiefland ist hingegen wieder mit Schnee zu rechnen. Ähnlich stellt sich die Lage im Südwesten dar. Die Höchstwerte liegen in Norddeutschland um null Grad, nach Süden hin zwischen null und sechs Grad.

Am Mittwoch bleibt es bei dem Tauwetter. Im Westen und in der Mitte Deutschlands ist es wechselnd, sonst überwiegend stark bewölkt. Es fallen bisweilen Niederschläge, zum Teil als Schnee, aber überwiegend als Regen. Gebietsweise besteht weiterhin Glättegefahr. Autofahrer sind gut beraten, wenn sie vorsichtig fahren. Die Höchstwerte liegen meist zwischen null und fünf Grad.

Am Donnerstag stellt sich traditionellerweise die Schneefrage. Eine weiße Weihnacht wird es aber voraussichtlich nur fleckchenweise geben. Entscheidend ist, was vom Schneefall des Wochenendes liegen bleibt. Meteorologe Klein rechnet damit, dass das nicht viel sein wird. "Das wird eine matschig-grüne Geschichte", sagt er.

Die Weihnachtsfeiertage Die Temperaturen während der Weihnachtstage liegen in NRW Klein zufolge zwischen zwei und vier Grad. Mit einem Reisechaos rechnet er nicht. Die Straßen dürften nach dem Tauwetter der Vortage weitgehend problemlos befahrbar sein.

Ein seltenes Ereignis Was sich an diesem Wochenende in Deutschland an Winterereignissen abspielte hält er für eine eher seltenes Wetterereignis. Es müssten schon besondere Umstände zusammenkommen, damit sibirische Kaltluft das Wetter in Deutschland beherrscht. Möglicherweise habe der diesjährige Winter bereits seine kältesten Tage erlebt.

 
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