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Ehemalige RAF-Terroristin
Schleyer-Sohn kann Maier-Witt nicht vergeben

Sohn von Hanns Martin Schleyer kann Silke Maier-Witt nicht vergeben
Jörg Schleyer auf einem Foto aus dem Jahr 2011. FOTO: dpa, bwe gfh
Berlin. Jörg Schleyer kann der ehemaligen RAF-Terroristin Silke Maier-Witt ihre Beteiligung an der Ermordung seines Vaters trotz ihrer Entschuldigung nicht verzeihen. Der jüngste Sohn des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer hatte sich 40 Jahre nach dem Tod seines Vaters mit Maier-Witt getroffen.

"Frau Witt hat sich mir gegenüber in Skopje anständig verhalten. Aber einen fünffachen Mord kann ich ihr nicht vergeben. Für die Lossprechung von Sünden bin ich der falsche Ansprechpartner", sagte Jörg Schleyer der "Bild"-Zeitung nach einem Treffen mit Maier-Witt (67) vergangene Woche in der mazedonischen Hauptstadt.

Zuvor hatte die Zeitung berichtet, die frühere Terroristin habe Schleyer bei dem Treffen um Verzeihung gebeten. Maier-Witt war wegen Beteiligung an der Entführung und Ermordung Hanns Martin Schleyers zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Bei der Entführung hatte die RAF den Fahrer und drei Personenschützer Schleyers erschossen.

Bis heute ist nicht geklärt, wer den Arbeitgeberpräsidenten nach sechswöchiger Geiselhaft erschossen hat. Vor dem Mord war der Versuch der Terroristen gescheitert, mit der Entführung führende RAF-Mitglieder aus der Haft freizupressen.

Der Deutsche Herbst 1977 in Bildern FOTO: dpa, rh soe wok

"Die Ex-Terroristin war sehr glaubwürdig. Zum Kerngeschehen hat sie nach meinem Eindruck mir alles Wesentliche berichtet", sagte Jörg Schleyer. Dennoch: "Unser Kampf um die Wahrheit geht weiter. Wir suchen noch immer nach Details zur Todesstunde unseres geliebten Vaters."

(jco/dpa)
 
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