Bundeswehr: Soldat bei Schießspielen ums Leben gekommen?
zuletzt aktualisiert: 26.02.2011 - 14:17München (RPO). Im Fall des tödlichen Schusses auf einen Bundeswehrsoldaten in Afghanistan rückt der Schütze offenbar zunehmend ins Zentrum der Ermittlungen.
Wie das Nachrichtenmagazin "Focus" am Samstag vorab berichtete, geht die Staatsanwaltschaft Gera inzwischen davon aus, dass der 21 Jahre alte Hauptgefreite aus Thüringen mit ausgestrecktem Arm auf seinen gleichaltrigen Kameraden geschossen hat. Staatsanwalt Jens Wörmann schließe weiterhin nicht aus, dass der Soldat bei sogenannten Schießspielen ums Leben gekommen sei.
Ballistische Ermittlungen ergaben demnach, dass der Schuss das stehende Opfer aus anderthalb Meter Entfernung in den Kopf traf und dann in nahezu gleicher Flughöhe zwei Zeltwände durchschlug. Daher müsse man von einer "ziemlich geraden Flugbahn des Projektils ausgehen". Dagegen habe der Schütze bei seiner Vernehmung durch die Feldjäger jedoch angegeben, seine Dienstpistole im entscheidenden Moment auf den Boden gerichtet zu haben und vom Opfer drei bis vier Meter entfernt gewesen zu sein. Dem widerspreche jedoch der derzeitige Untersuchungsstand, hieß es weiter.
Zuvor hatte bereits ein Gutachten eine Fehlfunktion der Waffe ausgeschlossen. Demnach hat sich der Schuss entgegen den Aussagen des Beschuldigten nicht beim Einführen des Magazins in die Waffe gelöst. Vielmehr sei die Waffe einwandfrei funktionsfähig gewesen, hatte Wörmann mitgeteilt.
Bei dem Vorfall war am 17. Dezember ein Hauptgefreiter des Gebirgsjägerbataillons 232 aus dem bayerischen Bischofswiesen durch den Schuss eines Kameraden aus Thüringen versehentlich getötet worden.
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