Bundeswehr geht von Unfall aus: Soldat rast in Gruppe von Kameraden
zuletzt aktualisiert: 02.11.2009 - 17:04Bad Salzungen (RPO). Tragischer Unfall in Thüringer Bundeswehrkaserne: Ein 26-jähriger Unteroffizier ist am frühen Montagmorgen mit seinem Auto in eine Gruppe von Soldaten gefahren und hat 13 von ihnen verletzt, sieben davon schwer. Zu dem Unfall kam es bei Dunkelheit um 06.35 Uhr morgens auf dem Gelände der Werratal-Kaserne in Bad Salzungen.
Der Mann war mit seinem Privatwagen, einem Mercedes, unterwegs. Nach dem Unfall konnte er wegen eines Schocks zunächst nicht vernommen werden, wie die Polizei mitteilte. Ein Atemalkoholtest zeigte null Promille an, auch für Drogeneinfluss gibt es laut Polizei keine Anhaltspunkte.
Die Ermittler und Bundeswehr gehen von einem Unfall aus und nicht von einem Anschlag oder einer Amokfahrt. Der als Stabsunteroffizier in der Kaserne tätige Autofahrer übersah offenbar bei Dunkelheit und Regen die Gruppe Soldaten. Eine Straßenbeleuchtung gibt es dort jedoch.
Bei den Unfallopfern handelt es sich um Rekruten, in der Mehrzahl hatten die jungen Männer erst Anfang Oktober ihren Grundwehrdienst angetreten. Das berichtete der Kommandeur des Panzerbataillons, Oberstleutnant Philipp Leyde, vor Journalisten.
Lebensgefahr bestand nach Polizeiangaben bei keinem der Verletzten, die aus Berlin, Brandenburg, Sachsen, Thüringen und Nordrhein-Westfalen kommen. Zwei von ihnen erlitten nach Polizeiangaben Wirbelsäulenverletzungen. Rettungshubschrauber wurden zum Transport von drei der Verletzten in umliegende Krankenhäuser eingesetzt. Im Lauf des Tages wurden drei Soldaten wieder aus den Kliniken entlassen.
Wehrdienstleistende sollten zu Übung ausrücken
Den Angaben zufolge war der Soldat berechtigt, mit seinem Privatwagen auf das Kasernengelände zu fahren. Dort gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern. Ob der Autofahrer schneller fuhr, war zunächst nicht bekannt. Nach Angaben von Polizeisprecher Eberhard Wagner fuhr er seitlich in die Gruppe Wehrdienstleistender, die nahe der Waffenkammer zum Ausrücken in eine Übung außerhalb des Geländes in Dreier-Reihen aufgestellt war.
Die Kaserne wurde nach dem Unfall weiträumig abgesperrt. Die Ermittlungen werden sowohl von der Polizei als auch von Feldjägern der Bundeswehr geführt. Ein Gutachter war vor Ort. Auch das Fahrzeug wurde sichergestellt und soll jetzt auf mögliche technische Mängel untersucht werden.
Die thüringische Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) wünschte den Soldaten baldige Genesung. "Betroffen ist ganz Thüringen von dieser Tragödie", heißt es in ihrer Presseerklärung.
In der Kaserne sind nach Angaben eines Bundeswehrsprechers rund 1.500 Soldaten stationiert. Zwei Zeitsoldaten des in Bad Salzungen stationierten Panzergrenadierbataillons waren am 23. Juni bei einem Anschlag im afghanischen Kundus getötet worden.
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