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Ohne Schutz geschaut
Nach Sonnenfinsternis mehr Patienten in Augenkliniken

Die Sonnenfinsternis 2015 in Deutschland
Die Sonnenfinsternis 2015 in Deutschland FOTO: dpa, sab
Stuttgart/Frankfurt/Main. In den Stunden nach der Sonnenfinsternis haben sich mehr Menschen als sonst bei Augenkliniken gemeldet. "Es kamen vermehrt Patienten in die Notaufnahme", berichtete eine Sprecherin der Charlottenklinik für Augenheilkunde in Stuttgart.

Genauere Angaben zu den Schädigungen oder der Anzahl der Patienten wollte sie nicht machen. Bei der Klinik für Augenheilkunde der Universität Frankfurt meldeten sich bis zum Nachmittag rund 15 "Sofi"-Fans. Experten hatten zuvor eindringlich davor gewarnt, direkt und ohne Schutz in die Sonne zu schauen. Beim Betrachten könne die Netzhaut geschädigt werden.

Bei voller Sonneneinstrahlung verweigere das Auge wegen der Helligkeit ein direktes Hineinschauen, hieß es. Bei einer Sonnenfinsternis sei dieser Reflex jedoch eingeschränkt. Wer die Sonnenfinsternis ohne geeigneten Schutz beobachtet hat, bemerkt Schäden am Auge nicht durch Schmerzen. Denn die Netzhaut sendet keinen Schmerzimpuls.

Schäden zeigen sich stattdessen etwa durch eine Verdunklung im Zentrum des Blickfeldes, weil die Stelle des schärfsten Sehens geschädigt wurde, sagt Georg Eckert vom Berufsverband der Augenärzte (BVA). Auch wer nach dem Spektakel nicht mehr so scharf sieht wie vorher, hat möglicherweise seine Netzhaut geschädigt. Wie ausgeprägt die Beeinträchtigungen sind, hängt davon ab, wie intensiv die Einstrahlung war und wie lange man in die Sonne geschaut hat.

Wer solche Probleme bemerkt, geht besser so früh wie möglich zum Augenarzt. Viel machen kann man bei einer solchen Schädigung der Netzhaut zwar nicht, sagt Eckert. Aber manchen Betroffenen helfen entzündungshemmende Augentropfen.

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(dpa)
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