| 11.06 Uhr

Kommunen in NRW an der Spitze
Sozialämter zahlten für 21.500 Beerdigungen

Hintergrund: Das kosten verschiedene Bestattungsarten
Hintergrund: Das kosten verschiedene Bestattungsarten FOTO: Michael Reuter
Wiesbaden. Die Zahl der Sozialbestattungen in Deutschland bleibt weiterhin hoch: Rund 21.500 Menschen konnten sich laut einem Bericht im vergangenen Jahr die Bestattung Angehöriger nicht leisten - sie mussten dafür Unterstützung vom Sozialamt in Anspruch nehmen.

Die sogenannten Sozialbestattungen kosteten die Kommunen im vergangenen Jahr etwa 60 Millionen Euro, wie die "Passauer Neue Presse" am Mittwoch unter Berufung auf neue Angaben aus dem Statistischen Bundesamt in Wiesbaden schreibt.

Die höchsten Kosten entstanden den Kommunen in Nordrhein-Westfalen - sie zahlten 16,9 Millionen Euro. In NRW lebten auch im Bundesländervergleich die meisten Menschen, die sich keine Bestattung von Angehörigen leisten konnten (3757).

Höhe der Zahlungen regeln Kommunen selbst

In Baden-Württemberg nahmen 2311 Menschen finanzielle Unterstützung in Anspruch, in Bayern 2207 und in Niedersachsen 2160. Deutschlandweit ist die Anzahl ähnlich groß wie in den vergangenen Jahren, berichtet die Zeitung. Wie viel Geld die Kommunen für Bestattungen zahlen, regeln diese selbst. Auch das beeinflusst die Ausgaben.

Die Vize-Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, Sabine Zimmermann, forderte die Einführung von bundesweit einheitlichen Standards für Sozialbestattungen. Wegen zunehmender Altersarmut und sich ausbreitender prekärer Beschäftigungen sei für die Zukunft ein Anstieg von Sozialbestattungen zu erwarten, sagte sie der Zeitung.

Die Linke-Politikerin warnte die Kommunen vor künftigen Einsparungen.
"Dabei wäre es in vielen Regionen notwendig, die Leistungen anzuheben, um auch armen Menschen ein würdevolles Begräbnis zuteilwerden zu lassen", sagte sie.

(das/lnw)
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Sozialämter zahlten rund 21.500 Mal für Beerdigungen


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.