Die "Bestie von Bozen": SS-Lageraufseher Seifert gestorben
zuletzt aktualisiert: 06.11.2010 - 19:00Rom (RPO). Der ehemalige SS-Lageraufseher Michael Seifert ist im Alter von 86 Jahren in einem italienischen Krankenhaus gestorben. Der gebürtige Ukrainer war auch als "Bestie von Bozen" bekannt. Wegen Kriegsverbrechen wurde er im Jahr 2000 zu lebenslanger Haft verurteilt. Er verstarb am Samstag im Krankenhaus von Caserta, wie aus Justiz- und Krankenhauskreisen verlautete.
Seifert soll während des Zweiten Weltkriegs als Aufseher eines Lagers in Bozen elf Menschen umgebracht und weitere gequält haben. Er wurde daher auch die "Bestie von Bozen" genannt. Das Lager war 1944 und 1945 Sammelstelle für Juden, italienische Widerstandskämpfer und Zwangsarbeiter sowie für deutsche Deserteure.
Seifert lebte seit 1951 in Kanada und wurde Anfang 2008 nach Italien ausgeliefert. Er gab zu, ein Wachmann in dem Lager gewesen zu sein, bestritt aber die Beteiligung an Grausamkeiten.
Seifert wurde vor knapp zwei Wochen wegen Magenbeschwerden von dem Gefängnis Santa Maria Capua Vetere in das nahegelegene Krankenhaus gebracht, wie die Klinik der Nachrichtenagentur AP sagte. Über die genaue Todesursache soll eine Autopsie Aufschluss geben.
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