kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Prozessauftakt brunner münchen solln Panorama, ddp 2010-0713
  Foto: ddp, ddp
Kommentare ()

Plädoyers im Fall Brunner: Staatsanwältin fordert zehn Jahre Haft

zuletzt aktualisiert: 24.08.2010 - 17:08

München (RPO). Die Staatsanwaltschaft fordert lange Haftstrafen für die Peiniger von Dominik Brunner. Sie plädierte am Dienstag vor der Jugendkammer des Münchner Landgerichts auf zehn Jahre Haft für den 19 Jahre alten Markus S. wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen sowie auf eine achtjährige Haftstrafe für den ein Jahr jüngeren Sebastian L. wegen gefährlicher Körperverletzung mit Todesfolge. Die Verteidiger bewerten die Taten ihres Mandanten dagegen nicht als Mord.

Die Verteidiger von Markus S. argumentierten, dass er erst einen Tötungsvorsatz gehabt habe, nachdem Brunner im Verlauf des Kampfes gestürzt war und teilen die Auseinandersetzung deswegen in zwei Teile. Da man nicht wisse, welcher die Ursache des Herzstillstands Brunners gewesen sei, müsse man zugunsten des Angeklagten annehmen, dass es der Teil vor dem Sturz gewesen sei.

Zu diesem Zeitpunkt habe S. Brunner aber nur verletzen und nicht töten wollen. Deswegen handle es sich um Körperverletzung mit Todesfolge in Tateinheit mit versuchtem Totschlag. Sie schlugen eine Strafe von deutlich unter sieben Jahren vor.

Ein Mordmerkmal, wie die von der Anklage angeführten niederen Beweggründe, sahen die Verteidiger nicht. Es sei wahrscheinlich, dass der Schlag Brunners die Tat ausgelöst habe. Sie interpretierten auch die Vorgeschichte und den Beginn des Kampfes anders als die Staatsanwaltschaft. Die Angeklagten hätten nicht vorgehabt, Brunner anzugreifen. Das Bedrohungsszenario sei nicht mehr als "Daherreden" der "Halbstarken" gewesen. Brunner habe dies aber offenbar anders wahrgenommen. Er und die Angeklagten kämen aus zwei verschiedenen Welten.

Jugendstrafrecht anwenden

Ankläger und Verteidigung sind sich einig, dass für die Angeklagten das Jugendstrafrecht angewendet werden sollte. Damit fordert die Anklage für S. die Höchststrafe. Für Sebastian L. blieb sie zwei Jahre darunter. Sie gestand ihm zu, dass er zurückhaltender gewesen sei. Allerdings habe auch er aus niedrigen Beweggründen gehandelt. Zudem seien ihm auch die Schläge und Tritte seines Komplizen zuzurechnen. Nur beim Tötungsvorsatz blieben Zweifel. Deswegen gehe sie nicht von Mord aus. L. sei aber nur einen Zentimeter davon entfernt.

Die Anwältin der Eltern Brunners betonte, es gebe keinen Grund, bei Markus S. nicht die Höchststrafe auszusprechen. Auch die Folgen für die Eltern seien schwer. Die Mutter sei zum Pflegefall geworden, der Vater leide unter einer schweren Depression. Es gelinge ihnen nicht einen Moment, die Trauer um ihren Sohn zu vergessen. Direkt zu den Angeklagten sagte sie: "Ich möchte, dass Sie anfangen, zu begreifen, was sie hier getan haben. Sie haben neben Dominik Brunner auch seine Eltern auf dem Gewissen."

Brunner habe seine Zivilcourage mit dem Leben bezahlt, sagte Anwältin Käbisch. Dass er den ersten Schlag geführt habe und letztendlich an Herzversagen gestorben sei, ändere nichts an der Schuld. Für den Tod von Brunner sei eindeutig der Kampf ursächlich. Die Aggression sei zudem eindeutig von den Angeklagten ausgegangen. "Dominik Brunner ging völlig zurecht von einem unmittelbar bevorstehenden Angriff der Angeklagten aus" und habe deswegen zugeschlagen, um sich zu schützen.

Der 50-jährige Geschäftsmann Brunner war am 12. September 2009 Opfer einer brutalen Prügelattacke der zum Tatzeitpunkt 17- und 18-jährigen Angeklagten am Münchner S-Bahnhof Solln geworden.

Bei der Anklageerhebung hatte die Staatsanwaltschaft noch beiden Jugendlichen Mord aus niedrigen Beweggründen vorgeworfen. Im Laufe der Beweisaufnahme hatte sich jedoch gezeigt, dass S. der deutlich aggressivere der beiden Angreifer war. Laut Zeugenaussagen hatte L. seinen Freund gegen Ende des Übergriffs sogar von weiteren Tritten abgehalten. "Nach Angaben aller war S. der Aggressivere ", sagte die Staatsanwältin in ihrem Plädoyer.

Das Urteil soll am 6. September fallen.

Quelle: DDP/felt/apn/bs

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Mutmaßlicher Düsseldorfer NSU-Helfer frei

Haftbefehl gegen Carsten S. aufgehoben

Mutmaßlicher Düsseldorfer NSU-Helfer frei

Die Bundesanwaltschaft hat zwei weitere mutmaßliche Unterstützer der terroristischen Vereinigung "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) ... mehr 

26-jähriger Mann in Dorsten festgenommen

Drei Wochen nach Schüssen auf Ex-Freundin

26-jähriger Mann in Dorsten festgenommen

Knapp drei Wochen nach lebensgefährlichen Schüssen auf eine 24-Jährige im niedersächsischen ... mehr 

mehr Panorama
Aus der Region

Haftbefehl gegen Carsten S. aufgehoben

Mutmaßlicher Düsseldorfer NSU-Helfer frei

Drei Wochen nach Schüssen auf Ex-Freundin

26-jähriger Mann in Dorsten festgenommen

Energiewende macht Elektrizität teuer

200.000 Hartz-IV-Empfänger ohne Strom

Tragischer Unfall am Bahnhof

Reisende von Wasserschlauch erschlagen

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

V.I.P Duisburg:"Der Checker" - von Vivien Daberkow

Sie kennen es mittlerweile alle. Casting-Shows gibt es noch und nöcher. Die Teilnehmer überschwemmen in der Hoffnung auf den ganz ... mehr 

Mehr Panorama Deutschland
Haftprüfung beim BGH

Haftbefehl gegen Carsten S. aufgehoben

Mutmaßlicher Düsseldorfer NSU-Helfer frei

Die Bundesanwaltschaft hat zwei weitere mutmaßliche Unterstützer der terroristischen Vereinigung "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) freigelassen. Die Haftbefehle gegen Carsten S. und Matthias D. seien aufgehoben worden. mehr

 

Drei Wochen nach Schüssen auf Ex-Freundin

26-jähriger Mann in Dorsten festgenommen

 

Energiewende macht Elektrizität teuer

200.000 Hartz-IV-Empfänger ohne Strom

 

Tragischer Unfall am Bahnhof

Reisende von Wasserschlauch erschlagen

 

"Auszehrung und Flüssigkeitsmangel"

Kleinkind stirbt an Verwahrlosung

 

Gewaltverbrechen in Bottrop

Bandidos-Rocker in Waldstück erschossen

Top-Services
 
Mehr Panorama
Wieder erschüttert ein schweres Erdbeben Italien
Wieder erschüttert ein schweres Erdbeben Italien
Bei einem heftigen Erdbeben in Norditalien sind .. mehr 
 
Wieder erschüttert ein schweres Erdbeben Italien
Wieder erschüttert ein schweres Erdbeben Italien
Bei einem heftigen Erdbeben in Norditalien sind ..
mehr 
Süßes Elefantenmädchen spielt Fußball wie ein Profi
Süßes Elefantenmädchen spielt Fußball wie ein Profi
Wer braucht schon Robben, Beckham, Ballack und ..
mehr 
Bilder des Tages
Bilder des Tages
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte: Hier ..
mehr 
Groß-Razzia gegen Hells Angels in Norddeutschland
Groß-Razzia gegen Hells Angels in Norddeutschland
Mit einem Großaufgebot sind Staatsanwaltschaft ..
mehr 
Gasexplosion zerstört Haus in Bremerhaven
Gasexplosion zerstört Haus in Bremerhaven
Bei einer Gasexplosion in Bremerhaven ist ein ..
mehr 
Red Bull Flugtag: Tollkühne Piloten in fliegenden Kisten
Red Bull Flugtag: Tollkühne Piloten in fliegenden Kisten
Hobby-Piloten werfen sich am Pfingstmontag mit ..
mehr 
Deutsches Mädchen in Bosnien als Sklavin gehalten
Deutsches Mädchen in Bosnien als Sklavin gehalten
In Bosnien ist ein deutsches Mädchen acht Jahre ..
mehr 
Die schönsten Balkone unserer Leser
Die schönsten Balkone unserer Leser
Wir hatten unsere Leser gebeten, uns Bilder ..
mehr