Toter Zweijähriger in Plauen: Staatsanwalt: Stiefvater gesteht Misshandlung
zuletzt aktualisiert: 15.07.2010 - 17:17Plauen (RPO). Nach der Misshandlung und dem Tod eines zweijährigen Jungen aus Plauen steht der Stiefvater des Kleinkindes unter Mordverdacht. Gegen den 36-jährigen Lebensgefährten der Mutter sei am Donnerstag Haftbefehl erlassen worden, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Zwickau, Bernd Sämann. Dem Mann werde vorgeworfen, das Kind so brutal geschlagen und geschüttelt zu haben, dass es schwerste Kopfverletzungen erlitt und am Mittwoch in einer Spezialklinik in Jena starb. Die Leiche des Jungen soll in den nächsten Tagen obduziert werden.
Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hat der Mann das Verbrechen an dem Jungen aus niederen Beweggründen begangen. Der 36-Jährige habe gestanden, das Kind am Dienstag geschlagen zu haben, sagte der Sprecher. Seiner Lebenspartnerin habe er jedoch eine erhebliche Mitschuld gegeben. Nach Angaben des Mannes soll auch die Mutter ihr Kind mehrfach massiv geschlagen haben.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten konkret vor, das Kind in jener Nacht mindestens zweimal mit der Hand geschlagen und einmal im Schlafsack derb geschüttelt zu haben. Dabei soll der Kopf des Kindes gegen das Bettgitter geschlagen sein. Der Junge habe durch die Misshandlungen mehrere Hämatome und eine Hirnblutung erlitten.
Die 31-jährige Frau habe ausgesagt, dass ihr Lebensgefährte das Kind in der Nacht zweimal geschlagen und einmal geschüttelt habe, weil es nicht schlafen wollte. Beide Aussagen müssten jetzt geprüft werden, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Die Kindesmutter werde nach wie vor beschuldigt.
Die 31-Jährige hatte den Notarzt alarmiert. Sie und ihr Lebensgefährte wurden am Mittwoch vorläufig festgenommen. Zunächst wies der Mann jegliche Schuld am Tod des Kindes von sich und gab an, das Kind sei hingefallen.
Die Mutter des Jungen wurde nach der Vernehmung am Mittwochabend wieder auf freien Fuß gesetzt, weil gegen sie laut Polizei keine Haftgründe vorlagen. Sie befinde sich jetzt in medizinischer Behandlung.
Das Paar hatte sich nach Angaben der Polizei vor etwa zwei Monaten im Internet kennengelernt. Der 36-Jährige, der aus Nordrhein-Westfalen stammt, sei vor drei Wochen bei der Frau und ihrem Sohn eingezogen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







