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NSU-Prozess
Staatsanwaltschaft rollt Fall um toten Tippgeber wieder auf

NSU-Prozess: Staatsanwaltschaft rollt Fall um toten Tippgeber wieder auf
Es ist unklar, wer die Polizistin Michèle Kiesewetter 2007 in Heilbronn getötet hat. FOTO: dpa
Stuttgart. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat die Ermittlungen zum Feuertod eines früheren Neonazis und möglichen Zeugen im NSU-Prozess wieder aufgenommen. Florian H. war aus der rechten Szene ausgestiegen und im September 2013 in einem brennenden Auto in Stuttgart gestorben.

Die Ermittler gehen seither von einer "Suizid"-These aus; die Anklagebehörde hatte die Ermittlungen im April 2014 eingestellt. Grund der Wiederaufnahme seien neue Erkenntnisse, die im NSU-Untersuchungsausschuss des Landtags zutage gefördert worden seien, teilte eine Behördensprecherin am Montag mit.

H. soll angeblich gewusst haben, wer die Polizistin Michèle Kiesewetter 2007 in Heilbronn getötet hat. Der Mord wird den Rechtsterroristen des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) zugerechnet. Am Tag seines Todes hatte H. noch einmal von der Polizei befragt werden sollen.

Die Familie hatte den Wagen vor der Verschrottung bewahrt und darin Gegenstände gefunden, die die Polizei offenbar übersehen hatte: eine Pistole, eine Machete, ein Feuerzeug und ein seit langem vermisstes Schlüsselbund. Sie übergab die Sachen dem NSU-Ausschuss. Die Polizei muss sich nun den Vorwurf gefallen lassen, schlampig gearbeitet zu haben.

(dpa)
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