Waldschlösschenbrücke: Stadt Dresden will Kompromiss im Brückenstreit
zuletzt aktualisiert: 10.08.2007 - 14:35Dresden (RPO). Im vorläufigen Stopp des Baubeginns für die Waldschlößchenbrücke durch das UNESCO-geschützte Elbtal sieht die Stadt Dresden eine erneute Chance auf einen Kompromiss. Die Gerichtsentscheidung schaffe die Möglichkeit für eine "neue Zusammenarbeit der politischen Lager", sagte Baubürgermeister Herbert Feßenmayr (CDU) am Freitag in Dresden.
Die Stadt hatte zuletzt einen alternativen Brückenentwurf favorisiert, den das Regierungspräsidium jedoch ablehnte. Feßenmayr zufolge prüft die Kommune, wie sie das Regierungspräsidium für die Tilgung anstehender Schadenersatzforderungen durch beauftragte Baufirmen mit in die Pflicht nehmen könne. Die Höhe der zu erwartenden Forderungen an die Stadt konnte Feßenmayr noch nicht beziffern.
Unterdessen hält der Protest gegen den Brückenbau an. Für die Montagsdemonstration in der kommenden Woche in der Dresdner Innenstadt hat sich nach Angaben der Bürgerinitiative "Welterbe Dresdner Elbtal" Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) als Hauptredner angekündigt.
Sachsens Grünen-Fraktionschefin Antje Hermenau forderte Union und FDP zum Umdenken im Brückenstreit auf. Diese müssten "auf die scheußliche Brücke verzichten und sich vielleicht auch in Richtung Tunnel bewegen", sagte sie am Freitag im Radiosender MDR INFO. Auch bei der Umsetzung eines anderen Brückenmodells als des bislang geplanten sei nicht klar, ob die UNESCO den Weltkulturerbetitels aberkenne.
Das Verwaltungsgericht Dresden hatte am Donnerstag den für Montag geplanten Baubeginn für die Elbquerung vorerst ausgesetzt. Das Gericht war damit einem Antrag von drei Naturschutzverbänden gefolgt, die durch den Bau den Lebensraum der vom Aussterben bedrohten Fledermausart Kleine Hufeisennase gefährdet sehen.
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