Drama um Stadtarchiv: Stadt Köln einigt sich mit Versicherung
zuletzt aktualisiert: 18.12.2009 - 13:30Köln (RPO). Die Düsseldorfer Versicherung Provinzial Rheinland will der Stadt Köln noch in diesem Jahr 61,5 Millionen Euro für die beschädigten Archivalien des Stadtarchivs überweisen. Darauf einigten sich die Stadt und die Versicherung. Der beim Einsturz des Archivgebäudes entstandene Schaden wird auf über 300 Millionen Euro geschätzt.
Wie eine Sprecherin der Stadtverwaltung am Freitag mitteilte, war das Stadtarchiv mit seinen Beständen zum Schadenzeitpunkt mit maximal 60 Millionen Euro versichert. Dass der jetzt gezahlte Betrag diese Summe übersteigt, sei auf einen vertraglich geregelten Zinsanspruch zurückzuführen.
Zusätzlich vereinbarten die Stadt Köln und die Versicherung, den Verursacher des Schadens gemeinsam in Regress zu nehmen. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zur Unglücksursache laufen noch.
Zudem will die Stadt mit Hilfe eines 22 mal 16 Meter großen, wasserdichten Bergungs- und Besichtigungsbauwerks die noch im Grundwasser an der Unglücksstelle vermuteten Archivalien bergen. Dabei soll es sich um ungefähr fünf bis zehn Prozent der insgesamt 30 Regalkilometer umfassenden Bestände handeln. Sie könnten im Frühjahr 2010 aus dem Grundwasser geborgen werden.
Bei dem Einsturz des Stadtarchivs und zweier benachbarter Wohnhäuser waren am 3. März zwei junge Männer getötet worden. Der Einsturz steht wahrscheinlich im Zusammenhang mit Bauarbeiten an der neuen unterirdischen Stadtbahn.
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport,
Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder,
Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.







