(RP) Felix wirkt schwach. Aber er kann noch miauen. „Das ist unserer schönster Fund”, sagt Daniel Leupold, der Sprecher der Kölner Berufsfeuerwehr. Fast fünf Wochen nach dem Einsturz des historischen Stadtarchivs haben die Rettungskräfte am Montag um kurz nach 15 Uhr einen getigerten Kater aus den Trümmern geborgen.
In der Severinstraße freuten sich die Anwohner gestern über das „Katzen-Wunder von Köln”. Nach dem Unglück galt auch der Vierbeinige Bewohner aus dem Haus 220 als verschollen. „Der Kater war im Schuttberg eingeklemmt”, berichtet Feuerwehr-Sprecher Leupold. „Als er befreit wurde, hat er erstmal die Pfoten von sich gestreckt. Felix ist abgemagert, aber er wirkt äußerlich unverletzt.”
Die Besitzerin des Katers hatte den Vermissten in den vergangenen Wochen verzweifelt gesucht. Obwohl beim Einsatz eines Bioradars keine Lebenszeichen in der Schutthalde gemessen worden waren, gab sie die Hoffnung nicht auf. An mehr als 50 Laternen in der Kölner Südstadt hängte sie Suchanzeigen auf. „Die Frau war überglücklich, als wir sie über unseren Fund informierten”, erzählt Leupold.
Die Retter übergaben das müde Tier in einem Pappkarton an die Besitzerin. Die brachte Felix sogleich zum Tierarzt, wo der Kater gründlich untersucht wurde. Dabei wurde festgestellt, dass es dem Geretteten den Umständen entsprechend gut geht. Wie konnte Felix solange überleben? Ist er erst vielleicht nach dem Unglück in das Trümmerfeld gelaufen?
Die Feuerwehr vermutet jedenfalls, dass sich der Kater durch Regen- oder Kondenswasser ernährt hat. „Einige Tropfen können reichen”, erklärt der Veterinär Stephan Paufler(49). „Katzen sind unglaublich zähe Tiere und können bis zu sechs Wochen ohne Nahrung auskommen, wenn sie einigermaßen gut genährt sind.”
Bei dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs am 3. März zwei junge Männer getötet worden. Oberbürgermeister Fritz Schramma hatte seinen Rückzug angekündigt, nachdem sein Krisenmanagement massiv kritisiert worden war. Die Kölner Staatsanwaltschaft stellte ihre Ermittlungen gegen den CDU-Politiker gestern ein. Schramma war von seinen Dezernenten vorgeworfen worden, er habe zwei Krisensitzungen illegal auf Tonband aufgezeichnet. Die Ermittler befanden das nicht für ungesetzlich.
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Quelle: RP