Geheimdokumente entdeckt: Stammheimer Selbstmordpläne schon vorher bekannt?
zuletzt aktualisiert: 08.09.2007 - 18:13Hamburg (RPO). Um die Selbstmorde von Stammheim ranken sich neue Gerüchte. Angeblich belauschten Beamte mit Hilfe von Wanzen, wie sich die in Stammheim inhaftierten Terroristen der RAF im Oktober 1977 zum Selbstmord verabredeten, unterließen es aber, die Tat zu verhindern. Am Morgen wurden Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe tot in ihren Zellen aufgefunden.
Über diesen Verdacht berichten sowohl die NDR-Dokumentation "Die RAF", die am Sonntag und Montag in der ARD ausgestrahlt wird, als auch die "Spiegel"-Titelgeschichte "Die Nacht von Stammheim". Darin berufen sich die Autoren den Angaben zufolge auf 30 Jahre lang geheim gehaltene Dokumente und Zeugenaussagen.
Wichtigstes Indiz sei der Einsatzkalender der Staatsschutzabteilung des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg. Dieser legt den Autoren zufolge nahe, dass die Lauschaktion der "Sondermaßnahme Stammheim" auch in der Todesnacht der Häftlinge lief. In der Nacht zum 18. Oktober 1977 hatten sich Andreas Baader und Jan-Carl Raspe im Hochsicherheitstrakt von Stuttgart-Stammheim mit eingeschmuggelten Pistolen erschossen. Die RAF-Terroristin Gudrun Ensslin erhängte sich am Fenstergitter ihrer Zelle.
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