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Zweite Leiche zweifelsfrei identifiziert: Student war sofort tot

zuletzt aktualisiert: 13.03.2009 - 16:38

Köln (RPO). Nach dem Einsturz des Stadtarchivs in Köln ist auch der gestern gefundene zweite Verschüttete jetzt identifiziert. Bei dem Toten handelt es sich um den vermissten 24-jährigen Designstudenten Khalil K. Sein Vater identifizierte den Mann zweifelsfrei. Ermittlungen ergaben, dass der Tod des Opfers unmittelbar während des Gebäudekollapses eintrat.

Der am Donnerstagabend gefundene Leichnam des Designstudenten Khalil K. soll nach Marokko überführt werden, wo er bestattet wird. Die Rechtsmediziner gehen davon aus, dass der 24-Jährige noch während des Einsturzes seines Wohnhauses am 3. März getötet wurde.

Den Angaben zufolge hatte die Leiche neuneinhalb Meter unter Straßenniveau gelegen. Die Fundstelle befand sich nur wenige Meter von der Stelle entfernt, an der die Bergungsmannschaften am vergangenen Sonntag den anderen Vermissten - einen 17-jährigen Bäckerlehrling - tot gefunden hatten. Um 18.20 Uhr sei die Leiche entdeckt worden, die Bergungsarbeiten dauerten knapp drei Stunden.

Trauerfeier am 17. März

Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) äußerte sich erschüttert: "Die Einsatzkräfte haben in den vergangenen Tagen alles Menschenmögliche getan, um so schnell wie möglich den Vermissten zu finden. Die ganze Stadt betrauert nun das zweite Todesopfer, das dieses schreckliche Unglück gefordert hat." Die offizielle Trauerfeier wird am 17. März im Kölner Gürzenich stattfinden.

Bergung des Archivgutes nun im Mittelpunkt

Das Stadtarchiv war am 3. März eingestürzt und hatte zwei benachbarte Häuser mitgerissen. Der 24-jährige Student, ein Marokkaner, soll sich in einer Dachgeschosswohnung des Nachbarhauses aufgehalten haben und galt seit dem Unglück als vermisst.

Nach dem Auffinden des Toten kann sich die Feuerwehr nun ganz auf die Bergung des verschütteten Archivgutes konzentrieren. Wegen der Suche nach dem Vermissten sei bislang nur eine "Notbergung" der Archivalien möglich gewesen, erläuterte ein Feuerwehrsprecher. Jetzt könne man wesentlich behutsamer vorgehen: "Dabei kommen auch andere Werkzeuge zum Einsatz, mit denen Betonteile noch vor Ort zerkleinert werden können."

Laut Schramma konnten bisher bis zu 25 Prozent des Archivmaterials gerettet werden. Die Dokumente im Schuttberg seien zum Teil noch relativ gut erhalten. Trotz großer Verluste hoffe er daher, dass wichtige Teile des Kulturguts gerettet werden können.

Schramma räumte inzwischen ein, den Bau der Nord-Süd-Stadtbahn nicht kritisch genug beurteilt zu haben: "Man würde nicht mehr so schnell 'Ja' sagen - und ich auch nicht". Für den CDU-Politiker ist die Planung für die umstrittene U-Bahn durch die Kölner Innenstadt aus heutiger Sicht nicht optimal gewesen: "Man müsste da mit noch stringenteren Analysen und Untersuchungen rangehen." Heute würde er die Frage nach einer grundsätzlichen Notwendigkeit der U-Bahn stellen: "Ich würde eine viel intensivere Diskussion führen." Alternativen seien vielleicht ungünstiger, "aber vermeiden diese ganzen Querelen und Risiken".

Eine Mitschuld am Unglück sieht Schramma nicht: "Die Schuldfrage richtet sich nicht an mich". Als Oberbürgermeister habe er die Aufgabe des Baus nicht selbst in der Hand. Solange die Ursache nicht gefunden ist, habe niemand das Recht, eine direkte Schuldzuweisung vorzunehmen.

Am Donnerstagabend hatte es eine nicht-öffentliche Bürgerversammlung mit den unmittelbar betroffenen Anwohnern der Severinstraße gegeben. Dabei ging es nach Angaben des Oberbürgermeisters vor allem um ungelöste Miet- und Eigentumsfragen.

Quelle: DDP

 
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